Leserinnenbrief zur Abstimmung über die Spekulationsstopp-Initiative

Heute werden die Nahrungsmittelpreise unter anderem von Finanzspekulanten bestimmt, welche durch ihr Handeln immer wieder «künstliche» Preisexplosionen verursachen und so für Nahrungsmittelkrisen mitverantwortlich sind. Die hohen Lebensmittelpreise treffen vor allem die ärmsten Menschen in Entwicklungsländern, welche die überteuerten Grundnahrungsmittel nicht mehr bezahlen können. Dies verursacht Hunger und noch mehr Armut, was zu sozialen Unruhen in verschiedenen Ländern und Regionen führt. Die betroffenen Menschen sehen in ihren Heimatländern keine Zukunft mehr. Das Resultat der Perspektivlosigkeit sehen wir tagtäglich weltweit.
 
Die Schweiz ist einer der grössten Rohstoff- und Agrarhandelsplätze der Welt. Es ist an der Zeit, dass unser Land Verantwortung übernimmt und dazu neue Regeln schafft. Ein erster Schritt muss sein, die schädliche Spekulation mit Nahrungsmitteln endlich zu verbieten. Der Schweizer Finanzplatz darf nicht zur Hochburg der Hungermacher werden. In Europa und USA sind die Regulierungen wesentlich strenger. Auch ohne Spekulation auf Nahrungsmittel kann hier gut gewirtschaftet werden, dies zeigen bereits heute einige Pensionskassen und Banken. Stimmen Sie also beherzt Ja zur Bekämpfung der Spekulation mit Agrarrohstoffen und Nahrungsmitteln.
 
Hanni Schriber-Neiger,
Kantonsrätin ALG, Rotkreuz