Interpellation zur Integration des Velofahrens in den Lehrplan 21

Die statistischen Erhebungen des Bundes zeigen, dass sich immer weniger Schülerinnen und Schüler auf dem Schulweg und in der Freizeit mit dem Fahrrad fortbewegen. In der Deutschschweiz legen ca. 38% zu Fuss, 33% mit dem Fahrrad, 17 % mit dem öV und der Rest motorisiert oder mit anderen Mitteln den Schulweg zurück. In der Stadt Zug legen lediglich 12,9% der Kinder und Jugendlichen ihren Schulweg mit dem Velo zurück.
Obwohl die Jugendlichen in der grossen Mehrheit ein eigenes Fahrrad zur Verfügung haben, nutzen sie es, zumindest für den Schul- oder Arbeitsweg, immer seltener. Dies ist einerseits sicher auf die mangelnde Verkehrssicherheit (Radwege, sichere Kreuzungen usw.) zurückzuführen. Doch Studien zeigen auch, dass Jahr für Jahr mehr Kinder und Jugendliche nicht in der Lage sind, einigermassen sicher Velo zu fahren. Eine Tendenz, welche auch die Zuger Polizei aufgrund ihrer Erfahrungen mit durchgeführten Fahrradkursen bestätigt.
Genauere Zahlen liegen auch zum Phänomen des „Mama-Taxis“ vor: Mütter bringen und holen ihre Kinder zur und von der Schule. Die Zahlen bestätigen ein Klischee: Es sind vor allem Mütter reicher Familien, die ihre Kinder fahren. Das „Mama-Taxi“ ist in den steuergünstigsten Gemeinden am meisten verbreitet. Hier werden bis zu einem Drittel der Kinder zur und von der Schule gefahren.
Aus Sicht der Präventionspolitik und aus verkehrs- und umweltpolitischen Erwägungen liegt ein öffentliches Interesse vor, dass Kinder und Jugendliche ab der Mittelstufe mit den verschiedenen Voraussetzungen des Radfahrens im Alltagsverkehr vertraut werden. Das Velo ist ein umweltschonendes, gesundes Fortbewegungsmittel. Doch weil es der schwächste Teilnehmer auf Rädern im Strassenverkehr ist, muss es geschützt und gefördert werden.  Es gibt in der Schweiz zwar heute schon zahlreiche schulische und ausserschulische Angebote. Der Lehrplan 21 sollte deshalb im Rahmen seiner Zielsetzungen zu psychomotorischen Fertigkeiten auch altersstufenkonforme Zielsetzungen im Umgang  mit dem Velo im Alltag beinhalten.
 
Wir stellen dem RR folgende zwei Fragen:

 
1. Teilt der RR die Sorgen der Interpellanten bzgl. der rückläufigen Entwicklung der Velonutzung durch Schülerinnen und Schüler im Kanton Zug?
 
2. Ist der Regierungsrat bereit, im Rahmen der Erarbeitung des Lehrplans 21 dafür zu sorgen, dass unter den Lernzielen im Bereich Sport und Bewegung jeweils altersentsprechende Ziele und Kompetenzen fürs Velofahren festgelegt werden?
 
Besten Dank