Leserbrief zum Artikel „Müssen Superreiche Deutsch lernen“, Neue Zuger Zeitung vom 26. Januar

Der neue Chefredaktor der Zugerzeitung Harry Ziegler verdreht in seiner Argumentation Pro Sonderbehandlung von Menschen mit einem dicken Portemonnaie zwei grundlegende Punkte, welche es zu berichtigen gilt. Erstens ist und war es schon immer so, dass man auch ohne Deutschkenntnisse im Kanton Zug wohnen und arbeiten darf. Bei der aktuellen Vorlage geht es einzig und allein um die Niederlassungsbewilligung (C-Ausweis). Die Schweiz kennt aber noch einige weitere Aufenthaltsmöglichkeiten für ausländische Mitmenschen. Zweitens haben wir in der Schweiz den Föderalismus. In diesem ist es ganz normal, dass die Kantone unterschiedliche Gesetze haben, welche dann aber immer (bis heute) für die gesamte Bevölkerung gleich gelten. Es gibt einen gewichtigen Unterschied zwischen der Rechtsgleichheit für die Bevölkerung und dem Schweizer Föderalismus. 
 
Des Weiteren würde mich wundernehmen, wieso denn die Sonderbehandelten unbedingt eine Niederlassungsbewilligung benötigen? Was beide Autoren der Kolumne nicht erwähnen, ist die Lex Koller, welche ausländischen Investoren nur erlaubt Land zu besitzen (ausser für den Eigenbedarf), wenn sie im Besitz einer Niederlassungsbewilligung sind. Hier liegt denn auch wohl einer der Hunde begraben. Mit der geplanten Sonderbehandlung wird Zug zum Einfallstor für reiche Investoren und damit zum Treiber des Schweiz-weiten Ausverkaufs unseres wertvollen Bodens. Wem die Heimat am Herzen liegt, sagt Nein zum Vorschlag der bürgerlichen Parteien.
 
Andreas Lustenberger
Kantonsrat Alternative – die Grünen, Baar