Kolumne von Kantonsrat Andreas Hürlimann, Steinhausen, in der Zuger Presse vom 25.02.2015

Was erreichen wir mit dem Stadttunnel? Der ständig wachsenden Zahl von Autos eine grössere Strassenkapazität geben? Nein! Wollen wir die Staus auf den Einfallachsen beseitigen? Nein, dazu taugt das Tunnelsystem nicht. Es beseitigt die grösste Verkehrs-Fehlplanung in diesem Kanton nicht: Die Stadt wurde und wird immer effizienter mit Autos abgefüllt. Ziel ist ein anderes: Man will das Stadtzentrum, wo sich der Kanton am Wochenende trifft, von den Verkehrsmassen, welche es ersticken, so weit wie möglich befreien. Wir wollen ein anderes Zug, wo die Leute sich im Stadtzentrum frei bewegen, atmen, beim lokalen Gewerbe konsumieren, relaxen und es sich gut sein lassen können. Ein attraktives, verkehrsberuhigtes und verkehrsfreies Zentrum. Doch bekommen wir dies mit dem vorliegenden Projekt? Und stimmt hierfür der Preis?
 
Hier bin ich je länger je skeptischer geworden. Wie verkehrsfrei wird das Zentrum wirklich? Was sind die Auswirkungen auf die Tunnel-Zufahrtsachsen wo auch viel Wohn- und Lebensraum betroffen ist? Bei einer nach wie vor geplanten Verlängerung der General-Guisan-Strasse bekommt das Herti-Quartier massiv mehr Autoverkehr ab und auch Steinhausen wäre wohl vom neuen Verkehrsfluss betroffen. Zudem kommt mit dem Sparpaket der Regierung, wo auch der öffentliche Verkehr Federn lassen wird, die Entwicklung beim Verkehr eine völlig neue, falsche Dimension. Darum mein Fazit: Ich bin nicht bereit, einen solchen Stadttunnel mit einem Sparpaket und Leistungsabbau an anderen Orten zu finanzieren. Und Sie?
 
 
Andreas Hürlimann, Kantonsrat, Steinhausen