Demnächst berät der Kantonsrat zwei Initiativen die Noten bereits auf der Unterstufe verlangen. Meine drei nun erwachsenen Kinder bekamen bereits Noten ab der 1. Klasse. Die Noten in den ersten zwei Jahren waren immer gut; ab der 3. Klasse wurden die Noten differenzierter und aussagekräftiger. Ich selber bekam in meinem Zeugnis am Ende der 3.Klasse erstmals Noten. Heute hüte ich regelmässig Kinder einer Kollegin, ich sehe die Bewertung der Lernkontrollen. Die heutigen Smilies geben einen guten Blick auf die Leistung. Ebenso wichtig ist die Stellungnahme der Lehrperson zu einzelnen Fähigkeiten. Daraus wird ersichtlich, woran das Kind noch arbeiten muss.
Die Initiativen verlangen beide Bewertungssysteme, Noten und differenzierte Lernkontrollen. Der Kantonsrat muss sich die Frage stellen, ob es wirklich bei diesem System in den unteren Primarklassen Noten braucht. Wer will die Noten, sind es die Eltern oder die Kinder? Ist es wirklich einfacher für Kinder und Eltern, die Leistung anhand von Zahlen einzuschätzen? Wird die Bedeutung der Noten allenfalls sogar überschätzt? Sollte eine der Initiativen angenommen werden, sind nachher Lehrpersonen gefordert, die Bedeutung der Noten sinnvoll zu erklären, ohne dass zusätzlicher Druck auf Eltern und Kinder lastet.

Anna Lustenberger, Kantonsrätin Alternative grüne Fraktion