In keinem anderen Kanton gibt es pro Kopf so viele Autos wie in Zug. Es sind 648 Autos pro 1000 Einwohner.

Der Motorisierungsgrad ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen und der Fahrzeugbestand ist sogar stärker gewachsen als die Bevölkerung und wird weiter zunehmen. Das führt nicht nur im städtischen Umfeld zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität. Auch die Berggemeinden sind in ihren Wohnquartieren oder in der Umgebung von Schulhäusern, Kindergärten und Krippen von zusätzlichen Verkehrsbelastungen betroffen. In einer Motion fordert darum das Forum Oberägeri die Einführung von Tempo-30-Zonen. Der Gemeinderat wird beauftragt innerhalb von 2 Jahren in Oberägeri umfassend abzuklären, wo auf Quartier- und Gemeindestrassen solche Zonen eingerichtet werden können. Aufgrund der Abklärungen sollen diese möglichst wirtschaftlich realisiert werden.

Durch die Schaffung von zusammenhängenden Tempo-30-Zonen kann man die Verkehrssicherheit genau dort steigern, wo es unübersichtlich ist oder sehr viele verschiedene Verkehrsteilnehmer aufeinanderprallen. Dabei braucht es keine grossen baulichen Veränderungen, sondern nur eine einfache und klare Signalisation. Die Aufwertung des öffentlichen Raumes und von Quartieren passiert nicht primär durch möglichst viele oberirdische Parkplätze, wie es momentan beim Postplatz in Zug diskutiert wird, oder durch die Verbreiterung von Quartier- und Durchgangstrassen, damit ein paar Sekunden der Fahrzeit eingespart werden. Es müssen attraktivere Verhältnisse für die schwächsten Verkehrsteilnehmer (Kinder, betagte Menschen, Fuss- und Langsamverkehr) und auch für die Anwohner von stark befahrenen Quartieren geschaffen werden. Diese leiden zum Teil auch unter Abgas- und Lärmemissionen.

Ich hoffe, dass unsere Tempo 30-Motion im Sinne des Gemeinderates von Oberägeri erheblich erklärt wird und der Absichtserklärung auch Taten folgen. Denn eines ist gemäss der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) völlig unbestritten: Tempo-30 erhöht die Sicherheit und die Wohnqualität in den Quartieren und die Anzahl und die Schwere von Unfällen nimmt klar ab.

Philipp Röllin, Präsident Forum Oberägeri
Erschienen in der Zuger Woche vom 23.5.2018