Politischer Standpunkt, Zuger Presse vom 4. Juni 2014

Als Konsumentin habe ich Verantwortung und Macht. Was ich einkaufe, wird auch produziert. Ich möchte, dass alle Lebensmittel nach ökologischen Kriterien deklariert werden. Transparenz ist nötig, denn die Schweiz importiert die Hälfte ihrer Nahrungsmittel. Dadurch gelangen auch Produkte aus industrieller Massenproduktion, öden Monokulturen und Tierfabriken auf den Schweizer Markt, weil sie billiger sind.  
 
Industrielle Landwirtschaft ist für Umwelt und Tierwohl ein enormes Problem, auch die Arbeits- und Lebensbedingungen der Angestellten sind teilweise prekär. Weltweit nehmen die Fruchtbarkeit der Böden und die Biodiversität aufgrund der industriellen Bewirtschaftung ab. Dies gefährdet langfristig die Ernährungssicherheit. Die Billigkonkurrenz der Agroindustrie setzt die gesamte Lebensmittelkette einem Wettbewerb aus, der zu Öko- und Sozialdumping führt. Durch das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA wird sich diese Ausgangslage zusätzlich verschärfen.
 
Die Fair-Food-Initiative, die letzte Woche lanciert wurde, verlangt: Lebensmittel aus einer naturnahen, umwelt- und tierfreundlichen Landwirtschaft mit fairen Arbeitsbedingungen. Der globale Handel mit Nahrungsmitteln braucht klare ökologische und soziale Leitplanken. 
 
 
Hanni Schriber-Neiger, Kantonsrätin Alternative Grüne Fraktion