Kolumne von Andreas Hürlimann (Kantonsrat, Steinhausen) in der Zuger Presse, Ausgabe vom 24.09.2014

Im Sommer verstärkte sich in Zug das Wehklagen um die hohen NFA Zahlungen. Der Zuger Regierungsrat reagiert mit einem überhasteten 100 Millionen Sparpaket, welches am Schluss wohl vor allem wir als normalverdienende Einwohnerinnen und Einwohner bezahlen müssen.  Über die Einnahmeseite spricht man aus ideologischen Gründen nicht. Doch die Frage sei erlaubt: Lohnt sich die Tiefsteuerstrategie für Zug rein finanziell noch? Dieser Frage ging auch der wirtschaftsliberale Thinktank Avenir Suisse nach und kommt zum Schluss: Nein. Denn rein mathematisch ist nicht die beklagte NFA-Solidarhaftung schuld an den höheren NFA-Beiträgen Zugs, sondern die gestiegene Finanzstärke unseres Kantons wegen der Tiefsteuerstrategie. «Für die Einwohner und die Unternehmen sind derart tiefe Steuern zwar attraktiv, aber die Kantone müssen sich mittelfristig ernsthaft fragen, ob diese Rechnung für sie aufgeht», sagte der Projektleiter von Avenir Suisse. Als problematisch erweist sich auch für unseren Kanton, dass die Beiträge für den NFA nicht aufgrund der effektiven Steuereinnahmen berechnet werden, sondern auf der Basis des theoretisch vorhandenen Ressourcenpotenzials. Und das schöpfen wir im schweizweiten Vergleich unterdurchschnittlich ab. Das heisst: Die Steuereinnahmen bilden bei weitem nicht jenen Reichtum ab, der in den Unternehmen und bei Privatpersonen vorhanden wären. Darum: es muss auch in Zug erlaubt sein, neben sinnvollem Sparen auch moderate Steuererhöhung in Betracht zu ziehen. Nur so ist eine verantwortungsvolle Finanz- und Steuerpolitik möglich. 
 
Andreas Hürlimann,
Kantonsrat, Steinhausen