Nun ist das spekulieren Vorbei, die UBS hat ihre Zahlen präsentiert. Und die sehen rabenschwarz aus. Die Grossbank hat im schlimmsten Jahr ihrer Geschichte 20 Milliarden Verlust gemacht und musste sich hilfesuchend an den Staat wenden. Die UBS Führung – das hat sie bei der Präsentation der Zahlen gezeigt – ist nach wie vor überzeugt, dass nicht die Banken, sondern Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft für die Finanzkrise verantwortlich sind. Und dass Boni in der Schweizer Öffentlichkeit kein Thema mehr sind. Beides ist eine sehr eigenwillige Wahrnehmung. Wir als Zuschauer stehen verdattert da und fragen uns, was an den Finanzmärkten noch alles passieren muss, damit diese Leute endlich Vernunft annehmen? Was als Finanzkrise angefangen hat, hat die Welt mittlerweile in eine völlig unnötige Wirtschaftskrise gestürzt.
In London haben Topbanker sich mit hängenden Köpfen vor einem Parlamentsausschuss entschuldigt: «Wir haben sehr viel Geld vernichtet, das tut uns sehr leid. Bei unseren Arbeitskollegen aber auch bei den Kunden herrscht grosse Angst und Unsicherheit. Für das möchten wir uns ebenfalls entschuldigen». Die Engländer als alteingesessene Gentlemen wagen den Schritt an die Öffentlichkeit um sich zu entschuldigen. In der Schweiz dürften wir darauf aber noch sehr lange warten.
Unser Land und seine Bürger haben sich lange Jahre und sehr erfolgreich an Qualität und Tugenden wie Bescheidenheit, Beständigkeit, Sorgfalt, Fleiss, Hingabe zur Arbeit und Sinn für das Gemeinwohl orientiert. Diese Tugenden werden heute aufs Schmerzlichste vermisst.
Der Normalverdiener, die Normalverdienerin steht verdutzt da und fragt sich wie es so weit kommen konnte. Warum bekommt man nach schlechter Arbeit und nach einer überhasteten Rettungsaktion durch den Staat einen Boni ausbezahlt? Was bleibt ist Ohnmacht und Unverständnis. Und ein Schaden an welchem unsere Gesellschaft, wegen dem verloren gegangenen Sinn für das Gemeinwohl, auch in Zukunft noch zu leiden hat.