Sehr geehrter Herr Baudirektor
Sehr geehrte Damen und Herren
 
Wir bedanken uns für die Gelegenheit zur Vernehmlassung und nehmen wie folgt Stellung:
 
L4 Wald
Anmerkungen
–    Die Grundsätze der Waldfunktionen wie auch deren Festsetzung im Richtplan werden grundsätzlich begrüsst. Dies entbindet die Behörden aber nicht, bei konkreten Vorhaben eine Interessenabwägung vorzunehmen. Dies gilt insbesondere bei Erholungseinrichtungen, die über die Grundausstattung hinausgehen (z.B. Seilpark, Bikepisten, Waldhütten usw.). Hier ist in jedem Fall die Standortgebundenheit und die Verträglichkeit mit anderen schützenswerten Interessen (Fauna und Flora) zu prüfen und zu berücksichtigen.
–    Überlagerung von Schutzfunktion und Naturschutzfunktion: Bei der Planung von Massnahmen gegen Naturgefahren ist kleinräumlich prioritär der Naturschutzfunktion Rechnung zu tragen (z.B. beim Bachverbau, Entwässerung, Aufforstung)
V 2/3 National- und Kantonsstrassen – Hirzelverbindung
V 12 Prioritäten bei den Verkehrsvorhaben
 

 
Bemerkungen und Anträge
 
Vorbemerkung
Der Übersichtlichkeit halber fassen wir unsere Bemerkungen und Anträge für die beiden obengenannten Paragrafen in einem Kapitel zusammen.
 
Hirzel Strassentunnel
Im Sinne von V 1.1 des kantonalen Richtplanes (Planung ÖV und Langsamverkehr nachfrageorientiert und mIV angebotsorientiert) und aufgrund der Wirkungen der Eröffnung der A4 im Säuliamt sowie der noch abzuwartenden Wirkungen des in Bau befindlichen 6-Spur-Ausbaus des A4-Abschnittes bei Cham  sehen wir keinerlei Dringlichkeit für einen Hirzeltunnel und stellen den Handlungsbedarf diesbezüglich im heutigen Zeitpunkt grundsätzlich in Frage.
Auch die „kleine“ Variante des Hirzeltunnels stellt mit der offenen Linienführung zwischen Walterswil Ost und dem Tunnelportal östlich der Sihl einen erheblichen zusätzlichen Eingriff in die Sihltallandschaft dar.
Zudem konkurriert ein solcher massiver Strassenausbau die Bahnverbindung zwischen dem Raum Zug und dem linken Zürichseeufer. Dies widerspricht klar dem Grundsatz von V1.1.
Noch klarer abgelehnt wird die langfristige Option einer vierspurigen Hochleistungsstrasse. Damit müssten gewaltige Anschlussbauwerke gebaut werden. Es wäre auch der entscheidende Schritt, die Ost-Westachse nicht mehr über die A3-A1 sondern über die A4-A2 zu führen, was zu einer weiteren Verkehrszunahme und grossflächigen unerwünschten Umlagerungen führen würde.
Im übrigen sind zuerst die langfristigen Auswirkungen der A4 auf die Verkehrsströme rund um Sihlbrugg zu studieren und in diesem Zusammenhang die Möglichkeit einer Schliessung der Sihltalstrasse beim Bau eines 2-spurigen Hirzeltunnels zu evaluieren. Würde sich hier in weiterer Zukunft eine für alle Seiten befriedigende Lösung ergeben, könnte allenfalls eine Aufnahme des Hirzeltunnels in den Richtplan in einer landschaftlich verträglicheren Form  erwogen werden.
 
Anträge:
–    Vorhaben V 2.2 Nr. 1 sei zu streichen.
–    Vorhaben V 2.3 Nr. 3 sei zu streichen, ebenso der dazugehörende Richtplantext auf S.13
–    Entsprechend sind die Vorhaben V 2.2-1 und  V 2.3-3 aus der Prioritätenliste V 12.2 zu streichen.
 
Ausbau Bahnstrecke zwischen Zug und Thalwil
Beim  aktuellen Stand muss die Priorität auf den Ausbau der sich heute schon am Limit befindlichen Bahnkapazitäten auf der Linie zwischen Zug und Zürich gelegt werden. Das Vorhaben Zimmerberg-Basistunnel ist zwar in Bahn 2030 in der teureren Variante enthalten, aber aus Sicht des Bundes finanziell nicht gesichert und auch zeitlich nicht festgelegt. Zudem ist der durchgehende Basistunnel wegen seiner hohen Kosten und dem beschränkten Nutzen stark umstritten. Im Interesse einer möglichst frühen Realisierung ist deshalb das einfachere, kostengünstigere und auch betrieblich vorteilhaftere Tunnelkonzept „Zimmerberg Light“ ernsthaft zu prüfen (siehe Beilage) und der entsprechende Passus im Richtplan anzupassen. Angesichts der zur Verfügung stehenden 400 Mio Franken für Vorfinanzierungen und angesichts des dringlichen Handlungsbedarfes soll auch im Sinne eines klaren Signals an „Bern“ dieses Vorhaben in die Priorität 1 (Baubeginn bis 2018) verschoben werden.
 
Antrag:

–    V 4.7-2 ist die Formulierung wie folgt abzuändern:
    Ausbau des Streckenabschnittes zwischen Litti und Thalwil auf durchgehende     Doppelspur.
–    Das entsprechend umformuliert V 4.7-2 ist in der Prioritätenliste V 12.2 in die Priorität 1 zu verschieben.
 
Stadttunnel
Die Verschiebung des Stadttunnels in die Priorität 2 begrüssen wir ausdrücklich. Wir hätten den Stadttunnel sogar in der 1. Priorität gesehen, verzichten aber auf einen entsprechenden Antrag, weil verfahrenstechnisch auch bei einer erfolgreichen Volksabstimmung 2012 oder 2013 ein Baubeginn bis 2018 angesichts der Komplexität des Vorhabens wahrscheinlich zu ambitiös ist. Wir halten aber fest, dass dieses Projekt neben den beiden vom Volk genehmigten Strassengrossprojekten die Hauptpriorität geniessen muss, da hier der Leidensdruck zweifellos am  grössten ist.
 
V 9: Veloverkehr

Die vorgeschlagenen Ergänzungen begrüssen wir. Die Realisierung der geplanten Velowege ist mit hoher Priorität voranzutreiben.
 
V 10: Wanderwegnetz

Den vorgeschlagenen Ergänzungen wird zugestimmt.
 
 
Wir danken für die Berücksichtigung unserer Anliegen.
 
 
Namens der Alternative – die Grünen Kanton Zug,
Martin Stuber, Kantonsrat