Die im Vernehmlassungsentwurf der kantonalen Jagdverordnung (Ergebnis 1. Lesung RR) gemachten Änderungsvorschläge zur Sicherstellung einer tiergerechten Jagd werden von der Alternative-die Grünen weitgehend begrüsst. 

Die Alternative-die Grünen beantragen zwei Änderungen:

  • 13, Abs. 1: Für die Hochwildjagd und die Jagd auf Schwarzwild dürfen nur Deformations- und/oder Teilzerlegungsgeschosse im Mindestkaliber von 7 mm verwendet werden. Die Jagdkugelpatronen müssen bei einer Distanz von 200 m eine minimale Auftreffenergie von 2000 2500 J aufweisen. Es dürfen auch kombinierte Waffen verwendet werden. Bei der Jagd auf Schwarzwild sind zusätzlich Flintenlaufgeschosse zugelassen.
  • 13, Abs. 4: Die maximal zulässigen Schussdistanzen betragen beim Kugelschuss 220 200 m, beim Flintenlaufgeschoss 50 m und beim Schrotschuss 35 m.

 

Begründung

Die beiden beantragten Änderungen sind Voraussetzung für ein sicheres Töten. Die maximal zulässige Schussdistanz von 200 m ist für alle Patronen günstig und verlangt keine erheblichen Korrekturen bei Patronen mit stark gekrümmter Flugbahn.

Wir möchten bei dieser Gelegenheit anmerken, dass das Ziel einer tiergerechten Jagd nicht allein durch die Regelung der Faktoren „Feuerwaffen“ und „Jagdhunde“ erreicht werden kann. Die im Kanton Zug weit verbreiteten Methoden der Drückjagd (Rothirsch) und der lauten Jagd mit dem Hund (Reh) sind im Vergleich mit der Ansitzjagd weniger tiergerecht. Der Grund liegt einerseits darin, dass durch die Drückjagd und die laute Jagd die Tiere zum Flüchten gebracht und damit schwieriger zu treffen sind, als wenn sie sich ungestört verhalten. Anderseits führen übermässige Störungen durch die Jagd und andere Nutzungen in den Wildlebensräumen (Erholung, Tourismus u.a.) zur Schwächung der Kondition von Wildtieren, und überdies zu vermehrten Schäden am Jungwald. Im Hinblick auf die angekündigte Totalrevision der kantonalen Jagdverordnung möchten wir deshalb schon jetzt anregen, Jagdmethoden und Jagdsystem auf Tiergerechtigkeit und die Bedürfnisse des Wildes nach Ruhe auszurichten.