Sehr geehrter Herr Baudirektor, geschätzte Regierungsmitglieder
 
Die Regierung hat zur öffentlichen Mitwirkung bei der Richtplananpassung für den Museumsstandort des Kunsthaus Zug eingeladen. Die Alternative – Die Grünen Kanton Zug nehmen wie folgt Stellung:
 
Zentral ist für die Alternativen – Die Grünen, dass ein neues Kunsthaus ein Muss ist. Das heutige Kunsthaus ist zu klein. Es benötigt die doppelte Fläche, damit nebst den verschiedenen Wechselausstellungen auch die bedeutsame und grösste Sammlung der Wiener Moderne ausserhalb Wiens gezeigt werden kann. Die Sammlung Kamm muss unbedingt in Zug gehalten werden – sie ermöglicht dem Kunsthaus Zug einen regen und wichtigen internationalen Austausch. Mittels Leihgaben kommt Zug in Kontakt mit anderen Museen und hat im Sinne von Geben und Nehmen auch die Gelegenheit, bedeutende Werke nach Zug zu holen bzw. dank Kontakten gute Ausstellungen präsentieren zu können.
 
Darum soll ein neues Museum aus Sicht der Alternativen nicht an der Standortfrage scheitern. Beide bieten ihre Vorteile, beide bieten genügend Platz, beides sind gute Standorte.
 
Dennoch plädieren wir klar für den Standort Dreispitzplatz.
 
 
Dreispitzplatz

Beim Standort Dreispitzplatz bietet sich eine grosse Chance zur städtebaulichen Aufwertung des Zuger Stadtkerns. Ein ineffizienter und hässlicher Parkplatz könnte einem kulturellen und gesellschaftlichen Treffpunkt weichen. Das Kunsthaus erhielte den gewünschten prominenten Platz mitten im pulsierenden städtischen Leben. Kunst findet so im Alltag seinen Raum und hat den Zugang zu einem breiten Publikum. Es könnte weit über die bisherigen KunsthausliebhaberInnen hinaus Publikum anziehen und auch eine Identifikationfunktion für Stadt und Kanton Zug übernehmen. Zudem ergibt sich durch die Lage geradezu eine Verknüpfung mit anderen öffentlichen Nutzungen – zum Beispiel ein öffentliches Kaffee, die Touristeninfo, ein Shop etc.
 
Zudem ist eine Umnutzung des Dreispitzplatz unabhängig vom Kunsthausentscheid ein Muss. Der Parkplatz ist ein Schandfleck. Seit Jahrzehnten wird dieser genutzt, obwohl gemäss geltendem Bebauungsplan eigentlich ein Park vorgesehen ist. Leider waren der Stadt die wenigen Parkplätze wichtiger als Lebensqualität. Aufgrund der städtebaulich schwierigen Lage sowie anderer attraktiver Angebote in der Nähe (Seeufer), ist ein Park nicht per se notwendig, vor allem wenn auch der Bundesplatz aufgewertet würde.
 
Eine Verbesserung der unbefriedigenden städtebaulichen Situation kann mit einem prägnanten und doch gut auf die Umgebung (Strassenraum Alpenstrasse, sichtbar machen der ehemaligen Bahnhofsstrasse) abgestimmten Bau sicherlich erreicht werden. Ob eine Verlegung der Parkplätze unter den Boden ist möglich. Ob dies sinnvoll ist oder die Parkplätze aufgehoben werden können, soll im Rahmen des Projekts zusammen mit der städtischen Parkraumplanung aufgezeigt werden.
 
Das Kunsthaus würde auch einen besseren Nutzungsmix in der Innenstadt ergeben. Davon profitiert nicht zuletzt das Gewerbe. Synergien ergäben sich allenfalls mit der nahe gelegenen Musikschule oder der offenen City-Kirche.
 
 
Altes Kantonsspital-Areal

Guter Mix im ganzen Areal nötig – z.B. mit attraktiven Restaurant – Aussenraumbespielung wichtig, wäre eine Voraussetzung!
 
Der Standort „altes Kantonsspitalareal“ ist aufgrund der leicht zentrumsfernen Lage weniger optimal. Es läge am Bespielen dieses Kunsthauses, damit ein wirklich lebendiger Kunsthausbetrieb, der auch dem Areal und umliegenden Quartier Impulse verleiht, entsteht. Eine Verbindung mit anderen attraktiven Nutzungen – wie z.b. einem Restaurant oder einem attraktiven Aussenraum mit Seeblick – wäre eine Voraussetzung für diesen Standort.  Das gesamte Areal müsste einen attraktiven vielseitigen aufweisen – dies ist in der Areal-Planung zu berücksichtigen. Eine Chance wäre die Aufwertung von Zug Süd. Dies durch ein intelligentes Zusammenspiel eines neuen Kunsthauses mit Theilerhaus, Museum für Urgeschichte, Bibliothek, Burg und Casino. Ein Kunsthaus allein wertet das Quartier noch nicht auf – es bräuchte ein integrale Planung.
 
 
Vielen Dank für die Berücksichtung dieses Mitwirkungsschreiben der Alternativen – Die Grünen Kanton Zug.
 
Für die Alternativen – Die Grünen
Stefan Gisler
 
Zug, 17. Januar 2010