Geschätzte Regierungsrätin, geschätzte Mitglieder der Regierung
 
Die Alternativen – die Grünen Zug bedankt sich für die Einladung zur Vernehmlassung des Waldentwicklungsplans.
Die Alternativen – die Grünen haben den Waldentwicklungsplan (WEP) geprüft. Er ist unseres Erachtens eine Grundlage, um die wirtschaftliche wie auch die ökologischen Werte zu erhalten und den Erholungsraum für die dicht besiedelte Region sicher zu stellen.  Wir streben aber eine Verbesserung an. Mit dem Aufbau des WEP sind wir einverstanden und begrüssen die vielen Einleitenden Feststellungen und Erhebungen sehr. In diesem Zusammenhang haben unsere Experten aber auch die Systematik und die Unvollständigkeit der Tierlisten bemängelt. Im ganzen Bericht wird richtigerweise dem Erholungs- und Freizeitbedürfnis der Bevölkerung grosse Aufmerksamkeit gegeben und die generellen Entwicklungen werden berücksichtigt.
 
Grundsätzliches
Die Grundlagen für den Waldnaturschutz sind  zuwenig präzis und für die waldbauli-chen Massnahmen die Formulierungen zu generell. Es bleibt  sehr  vieles offen. Wir haben grosse Bedenken, dass dann in der Umsetzung, in der Bewirtschaftung des Waldes alles beim Alten bleibt.
Folgende Aspekte möchten wir noch speziell und/oder besser verankert wissen: 
 
Ruhezone für Wildtiere
Da unser Waldgebiet intensiv von Sportlern und Freizeitvergnügen genutzt wird, sind Wildtiere einer ständigen Störung ausgesetzt. Insbesondere MountenBiker, wilde Down-hillfahrer, Velo-Crosser, Ol-Läufer und Jogger sind abseits von den Wegen unterwegs. Die Tiere werden aufgescheucht und stehen unter grossem Stress. Die Zeit mit den Jungtieren und der Winter sind besonders hart. Wir verlangen daher, dass im WEP eine Einführung der Wildruhezone geregelt wird und Ruhezonen an verschiedenen orten ausgeschieden werden.
 
Nachhaltige Waldbewirtschaftung und Bioversität
Die Verpflichtungen, die die Schweiz  im Bereich Bioversitätserhaltung eingegangen ist, sollte in dieser WEP besser sichtbar sein. Es sollzeigen, wie auch der Zuger Wald seinen Beitrag leistet. Insbesondere der Tot-Holzanteil, der im Ist-Zustand als nicht sehr gross bezeichnet  wird, muss unbedingt im Umfang (% des Waldes) festgelegt werden, um die Waldbesitzer zu verpflichten. Andernfalls bleibt es ein Wunschdenken. Das Schaffen lichter Wälder und Waldlichtungen ist ebenfalls sehr wichtig für viele Insektenarten und viele Pflanzen und gehört ebenso zum Waldnaturschutz. Diese Freiräumen und nicht dichter Waldbestand ist für die Zukunft zu wenig geplant.
Zudem ist im Kapitel 4.3. zu wenig klar, was dann eigentlich nachhaltige Waldbewirt-schaftung wirklich beinhaltet, was es für die Waldbesitzer an Anstrengungen konkret braucht.
 
Fehlende Verbindlichkeit bei der Ausscheidung und Erhaltung von Naturschutzgebieten
Es fehlt dem Staat die Möglichkeit, um wertvolle Gebiete verbindlich erhalten zu können. Es gibt keine Handhabung, um Landbesitzer, die sich nicht freiwillig bereit erklären, dazu zu zwingen. Dies ist umso traurigern, als die wertvollen Pflanzen in Waldesnähe mit Düngung schnell zerstört werden. Wir regen an, dass potentielles Waldnaturschutzgebiet mit wertvollem Pflanzenbestand durch eine spezielle Waldnutzung erhalten bleiben soll und entsprechende  Ausführungspläne erstellt werden sollen. Die Freiwilligkeit der Landeigentümer ist immer besser, aber es braucht auch Möglichkeiten drüber hinaus.
Unser Vorschlag zur Ergänzung:  „Der Kanton kann spezielle Nutzungsvorschriften ver-bindlich erlassen zum Erhalt von wertvollen Waldnaturschutzflächen.“.
 
Wald mit besonderen Naturschutzfunktionen

Wir fordern, dass in diesem Bereich externe Fachpersonen beigezogen werden müssen, da diese Aufgaben sehr zeitintensiv sind und SpezialistInnen erfordern.  Unsere Befürch-tung ist, dass andernfalls aus finanziellen und personellen Gründen auf diese Massnah-men verzichtet wird
 
Erholungszone Wald und Kinder
Es wird im Bericht darauf hingewiesen, dass diese Funktion sehr wichtig ist. Insbesondere in Siedlungsnähe müssen die Bürgerinnen und Bürger diesen Wald auch mehr als nur kurz nutzen dürfen. Wenn ein Wald am Dorfrand von den Kindern zum Spielen benutz t wird, werden auch Äste abgebrochen und es können Bäume beschädigt werden. Zudem muss auch mal ein Feuer neben einer offiziellen Feuerstelle möglich sein. Insbesondere auch Jugendorganisationen (z.B. Pfadi) helfen den Kindern im Umgang mit dem Wald Erfahrungen zu sammeln und die nötigen Experimente sind nicht immer im Interesse des Waldbesitzers. All dies ist eminent wichtig, es gehört zur Entwicklung der Kinder und so lernen sie auch den Wald kennen. Die somit voraussehbaren Abnutzungen und Beschädigungen lösen Konflikte aus. Auch all diese Aspekte müssen in einem solchen Richtplan geklärt werden. Wir vermissen eine eindeutige Aussage, dass auch solche Möglichkeiten toleriert werden und Lösungen auch für die Kinder und die Freizeitnutzer weiterhin möglich sind.
 
Herzlichen Dank für das Berücksichtigen unserer Vorschläge in den Entwurf WEP, im Namen der Natur und der Zuger Bevölkerung.
 
 
Für die Alternative – die Grünen Zug
Barbara Beck-Iselin, Co-Präsidentin