Die Alternative – die Grünen Zug können die in der Vernehmlassungsvorlage des Regierungsrates gemäss 1. Lesung vom 22. März 2016 gemachten Aussagen grundsätzlich unterstützen. Es betrifft dies einerseits die ökologischen und umweltschonenden Eigenschaften des Rohstoffs Holz, welche mit der vorliegenden Gesetzesänderung vermehrt zum Tragen kommen sollen. Anderseits sehen auch die Alternative – die Grünen die wirtschaftliche Holzernte als wichtigen Motor zur Erhaltung vielfältiger Wälder.

Wir schlagen vor, §20 bis neu mit einer Ziffer 3 zu ergänzen, in der die Bevorzugung des Holzbauprojektes festgelegt ist, falls aus der Evaluation zwei Projekte als billigste hervorgehen sollten.

  • 20 bis, Ziff. 3 (neu): Sollten in der Evaluation zwei gleich günstige Projekte obsiegen, wovon eines in Holzbauweise, ist jenes in Holzbauweise zu bevorzugen.

Wir sind skeptisch, ob der vermehrte Einsatz von Holz, wie er im Kanton Zug und in der ganzen Schweiz praktiziert werden soll, den Holzpreis innert nützlicher Frist signifikant erhöhen wird. Würde der Preis aber nicht steigen, würden auch viele der angedachten Folgeerscheinungen wie die Erhöhung der geernteten Holzmenge oder die Reduktion der kantonalen Beiträge nicht eintreten.

Wir möchten deshalb gleichzeitig mit dieser Änderung des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über den Wald zwei weitere Möglichkeiten zur Holzförderung in die Diskussion einbringen und zur Prüfung vorschlagen:

  • Ein professionelles Marketing für Holz erscheint uns sinnvoll und notwendig. Das Marketing für Holz lag bisher bei Waldwirtschaftsverband, Korporationen, Pro Holz und allfälligen anderen Organisationen sowie beim Amt für Wald und Wild. Wir schlagen vor, diese Körperschaften und Organisationen an einen Tisch zu bringen und ein professionelles Marketing für Holz aufzugleisen. Das Amt für Wald und Wild könnte Federführung und den Anschub übernehmen.
  • Ob die Holzernte im heutigen wirtschaftlichen Umfeld tatsächlich weitgehend unrentabel sein muss, ist für uns fraglich und nicht belegt. Bekanntlich entscheiden nicht nur ein hoher Preis sondern auch tiefe Kosten, ob ein Gewinn erzielt wird. Und im Fall der Kosten orten wir beträchtliches Reduktionspotenzial. Die vollmechanisierte Holzernte mittels Vollernter im ebenen Gelände oder die teilmechanisierte Holzernte mittels Mobilseilkran im steilen Gelände sind relativ neue Verfahren, welche im Kanton Zug bereits eingesetzt werden. Um mit diesen teuren Geräten Erlöse zu erzielen, müssten allerdings genügend grosse und flächigere Holzschläge durchgeführt werden. Das ist leider zu selten der Fall, weil sich der Forstdienst traditionell der einzelstammweisen Nutzung im Dauerwald verschrieben hat. Grössere, flächigere Schläge (unterhalb der Ausmasse eines Kahlschlags) sind nicht nur wirtschaftlich interessant, sie sind auch für die Biodiversität ein grosses Plus, bringen sie doch viel Licht in den Wald und ermöglichen damit das Aufkommen von lichtbedürftigen Arten – auch sogenannter Lichtbaumarten wie Eiche, Ahorn, Waldföhre. Solche Schläge sollen ausdrücklich nur auf geeigneten Standorten und unter Beachtung der Grundsätze des naturnahen Waldbaus durchgeführt werden.

Wir schlagen also vor, dass man über die Steigerung der Nachfrage nicht nur den Holzpreis zu erhöhen versucht sondern gleichzeitig über grössere, flächigere Holzschläge die Holzerntekosten senkt. Die Möglichkeit grösserer und damit wirtschaftlicherer Holzschläge muss im EG Waldgesetz nicht neu geregelt werden: § 12 Waldplanung ermöglicht dies schon jetzt, nämlich in Ziffer 1: „Die Waldplanung umschreibt die Rahmenbedingungen und bezeichnet die Zielsetzungen und Massnahmen für die Pflege und Nutzung des Waldes. Sie ist auf eine naturnahe, nachhaltige und zugleich wirtschaftliche Waldpflege und -nutzung auszurichten.“ Unser Vorschlag bedarf gemäss § 12, Ziffer 2 EG Waldgesetz einzig der Konkretisierung im Waldentwicklungsplan und/oder in den Waldwirtschaftsplänen.