Sehr geehrter Herr Sicherheitsdirektor Beat Villiger
Sehr geehrte Damen und Herren  
 
Die Alternative – die Grünen Zug unterstützt grundsätzlich die Schaffung eines kantonalen Hundegesetzes. Nachdem eine eidgenössische Lösung nicht zustande kam, ist es wichtig, dass alle Kantone ein solches Gesetz erlassen.  
 
Regeln sind dringend nötig, wie der jüngste Vorfall am 20. März 2014 im Tessin gezeigt hat: Ein nicht angeleinter Hund (American Staffordshire-Terrier) hat ein sechsjähriges Mädchen, das am Seeufer mit Freuden und nichtsahnend Enten fütterte, angegriffen und schwer verletzt.  
 
Im Grundsatz geht es um eine simple Güterabwägung: Auf der einen Seite steht die uneingeschränkte Freiheit des Hundes und des Hundehalters. Auf der anderen Seite steht das Recht der Bevölkerung auf Nicht-Belästigung und auf seelische und körperliche Unversehrtheit. Auf dieser Seite steht auch das Recht aller anderen Tiere auf Schutz, beispielsweise während der Aufzucht ihres Nachwuchses. Auf dieser Seite steht auch das Recht der landwirtschaftlichen Nutztiere auf gesunde Nahrung ohne Hundekot.  
 
Die Alternative – die Grünen gibt der zweiten Seite, also dem Schutz der Menschen und der Natur, klar die Priorität. Ein griffiges Hundegesetz ist auch im Interesse der Hundehalter, die schon heute verantwortungsvoll mit ihren Hunden umgehen und Rücksicht auf Mensch und Umwelt nehmen. Klare Regeln erleichtern das Zusammenleben.
 
 
Im Folgenden nehmen wir noch zu einzelnen Punkten Stellung:
 
Regelung in anderen Kantonen:
Die Alternative – die Grünen unterstützt die Bestrebungen nach einer möglichst einheitlichen Regelung mit den Nachbarkantonen.

Prävention:
Die vorgesehene Bestimmung (Artikel 5) ist schwammig. Die Alternative – die Grünen erwartet klarere Bestimmungen zur Prävention.
 
Kein Verbot bestimmter Rassen:
Die meisten Kantone, welche bereits ein Hundegesetz erlassen haben, sehen die Möglichkeit einer Rassenliste mit potentiell gefährlichen Hunden vor. In praktisch allen Kantonen wurde eine solche Liste – mit Bewilligungspflicht – auch effektiv erlassen. Der Kanton Wallis kennt gar ein explizites Verbot gewisser Rassen. Die Alternative – die Grünen fordert vom Regierungsrat, dass sein Entwurf in diesem Punkt nicht hinter der Mehrheit der anderen Kantone zurückbleibt. Der Kanton Zug erstellt eine Liste von Hunderassen mit hohem Gefährdungspotential, für deren Haltung eine Bewilligung unumgänglich ist. Die „kann“-Formulierung in Artikel 12 ist nicht ausreichend.
 
Leinenpflicht:
Die Alternative – die Grünen unterstützt die vorgesehenen Bestimmungen zur Leinenpflicht. Sie fragt sich, ob der vorgesehene Zeitraum vom 1. April bis zum 31. Juli als Brut- und Setzzeit ausreicht. Wegen der Klimaerwärmung kommen Zugvögel früher hierher und beginnen auch mit der Brut entsprechend früher. Nicht geregelt ist die Leinenpflicht während der Winterruhe; jede Störung kann für das Wild lebensbedrohend sein. Die Alternative – die Grünen verlangt eine entsprechende Bestimmung.
 
Die Alternative – die Grünen anerkennt, dass die überwiegende Mehrheit der Hundehalterinnen und Hundehalter verantwortungsvoll mit ihren Tieren umgehen sowie auf Menschen und Natur Rücksicht nehmen. Das Hundegesetz ist nicht gegen Hunde gerichtet („mein armer Hund muss jetzt an der Leine gehen“). Das Hundegesetz dient dem Schutz der Menschen, dem Schutz der übrigen Tierwelt und der Natur ganz allgemein.
 
Das Kind, das im Tessin gebissen und schwer verletzt wurde, ist sein Leben lang gezeichnet. Jeder Vorfall ist einer zuviel; die Alternative – die Grünen unterstützt daher die Schaffung eines griffigen Hundegesetzes. 
 
Wir danken Ihnen, wenn unsere Anregungen in die Gesetzesvorlage einfliesst.  
 
Freundliche Grüsse  

Alternative – die Grünen Zug???????, 
Anna Lustenberger & Barbara Beck