Sehr geehrter Herr Bildungsdirektor, 
sehr geehrte Damen und Herren
 
Die Alternativen – die Grünen Zug bedanken sich bei der Regierung für die Einladung zur Vernehmlassung zur Änderung des Schulgesetzes, des Lehrpersonalgesetzes und des Gesetzes über die kantonalen Schulen. Die Partei nimmt wie folgt Stellung:
 
 
§ 6 Abs. 1
 

Die heutige Regelung sieht vor, dass Kinder, die bis Ende Februar das fünfte Altersjahr erfüllen, auf Beginn des folgenden Schuljahres den obligatorischen Kindergarten zu besuchen. Erfüllen sie bis Ende Mai das fünfte Altersjahr, sind sie zum Eintritt berechtigt. Im interkantonalen und -nationalen Vergleich sind diese Einschulungsstichtage nach wie vor sehr spät angesetzt. Unsere Gesetzgebung ist mitein Grund, warum zahlreiche ausländische Familien und z.T. auch Schweizerfamilien ihre Kinder nicht in die öffentliche sondern in eine Privatschule senden. Gerade auch die Wirtschaft argumentiert immer wieder mit dem hohen Alter unserer SchulabgängerInnen. Ausserdem fördert eine frühere Einschulung die Chancengleichheit. Es wäre deshalb wünschenswert, dass Kinder den Kindergarten unserem Antrag entsprechend früher besuchen. Die Einschulungsstichtage sind früher anzusetzen.

Antrag § 6 Abs. 1:
" Kinder, die bis Ende April das vierte Altersjahr erfüllen, haben auf Beginn des folgenden Schuljahres den obligatorischen Kindergarten zu besuchen. Erfüllen sie bis Ende Juli das vierte Altersjahr, sind sie zum Eintritt in den obligatorischen Kindergarten berechtigt."
 
 
§ 6a Sprachliche Frühförderung vor dem Eintritt in den obligatorischen Kindergarten
 

Den neuen § 6a begrüssen wir ausdrücklich. Ist doch eine frühe sprachliche Deutschförderung von fremdsprachigen Kindern ein wichtiger Schritt in der Integration und Förderung der Chancengleichheit. 
Unklar ist, ob die Gemeinden verpflichtet sind, die sprachliche Frühförderung anzubieten. Wir wünschen ausdrücklich, dass die Gemeinden verpflichtet werden sprachliche Frühförderung anzubieten. Die Gemeinden sollen dazu mit bestehenden Institutionen im Frühbereich wie Spielgruppen und Kindertagesstätten zusammenarbeiten. Aus rechtlichen und praktischen Gründen kann jedoch kein Zwang bestehen für Eltern, ihre Kinder in solche Angebote zu senden. Uns ist bewusst, dass es Unterschiede zwischen den einzelnen Gemeinden geben wird, diese würden durch die Pflicht möglichst klein gehalten. Die Unterscheidung in Expats, ständige ausländische Bevölkerung, Schweizer Kinder ohne Deutschkenntnisse ist heikel. Der Expat-Status z.B. ist juristisch nicht definiert – theoretisch ist auch einE LandwirtschaftshelferIn mit zeitlich befristetem Arbeitsvertrag ein Expat. Zudem sind die Sanktionen unklar – wäre ein Schulausschluss rechtlich durchsetzbar?Welche Überlegungen wurden angestellt, wie die Erfassung der Kinder geschehen soll, bzw. was bedeutet „unzureichende Deutschkenntnisse“? Wie werden die ‚unzureichenden Deutschkenntnisse‘ ermittelt? Es sollen keine Testserien für die Kleinen entstehen, sondern die Kompetenz der BetreuerInnen gestärkt werden.
 
Antrag § 6a Abs.1:
Die Einwohnergemeinden sind verpflichtet, ein bedarfsgerechtes Angebot an sprachlicher Frühförderung anzubieten.
 
 
§ 11a Abs. 4 Unterrichts-, Block- und Auffangzeiten
 
Einerseits sind zunehmend mehr Haushalte auf zwei Einkommen angewiesen und andererseits ist die Gruppe der Alleinerziehenden in der Sozialhilfe hoch. Zudem sind unser Gewerbe und die Wirtschaft auf das Potential der Frauen angewiesen. Wenn nun der Kindergarten jedoch erst um 8.15 Uhr beginnt, ist dies alles andere als arbeitgeberInnenfreundlich.
 
Antrag Abs. 4:
Auf der Kindergartenstufe bieten die Gemeinden am Vormittag vor Beginn des eigentlichen Unterrichts eine Auffangzeit von 45 Minuten an.
 
§ 25 Abs. 1 Kindergarten
Selbst im Kanton AG sind in der Zwischenzeit zwei Jahre Kindergarten obligatorisch. Es ist uns bewusst, dass der Prozentsatz von Kindern, die zwei Jahre den Kindergarten besuchen hoch ist. Für die Chancengleichheit ist es aber gerade wichtig, dass alle Kinder zwei Jahre Kindergarten besuchen können.
 
Antrag § 25 Abs. 1:
Der Kindergarten dauert zwei Jahre.
 
 
§ 32a Kunst- und Sportklassen
 

Es freut uns, dass der Pilot der Kunst- und Sportklasse erfolgreich verlaufen ist und nun eine gesetzliche Grundlage für dieses über die Kantonsgrenzen hinweg sinnvolle Angebot geschaffen werden kann.
 
 
§ 32 Freiwillige Grund- oder Basisstufe
 
Mit diesem Paragraph wird zwar eine gesetzliche Grundlage geschaffen um eine Grund- oder Basisstufe an den Zuger Schulen zu führen, doch leider nicht mehr. In der Vernehmlassungsvorlage des RR vom 24. Sept. 2013 ist auf Seite 7 ausgeführt, dass eine Umstellung für die Schulgemeinden mit evtl. erheblichen Kosten verbunden sein kann. Die Alternative-Grünen Zug wünschen sich, dass der Kanton bei der Umstellung, bzw. in der Startphase einer umstellungswilligen Schulgemeinde Support bietet. Sei dies mit für die Gemeinden kostenlosen Angeboten für Weiterbildungsgefässe für Lehrpersonen, Informationsveranstaltungen für Eltern und Schulinteressierte, Wissenstransfer von Knowhow bezüglich eventuellem baulichen und räumlichen Veränderungen sowie Einrichtungen und Mobiliar.

Antrag neu §32b Abs. 3:
„In Form einer Anschubfinanzierung gewährt der Regierungsrat der Gemeinde bei der Umstellung auf Basis- oder Grundstufe einen einmaligen Sockelbeitrag von ….“
 

Antrag § 53 1:
Die Lehrer Lehrpersonen tragen …
 
Antrag § 53 2: 
,, … während maximal einem Tag pro Jahr … Der kantonale Weiterbildungstag soll mindestens alle zwei Jahre während eines ganzen Tages stattfinden. Der zusätzliche halbe Tag findet während der Unterrichtszeit statt und wird zusätzlich zu den maximal acht freien Unterrichtshalbtagen gesprochen, welche die Schulkommission bewilligen kann.
Wir finden schlichtweg einen halben Tag zu wenig. Das Gefäss kann, muss aber nicht genutzt werden. Es sollte jedoch eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden einen ganzen Weiterbildungstag nach Bedarf zu nutzen.
 
Antrag § 63 Abs. 4:
Der Rektor Das Rektorat steht der Schulleitung vor …
 
Antrag § 66 s):
…während maximal einem Tag pro Jahr …
 

§ 65 Bildungsrat 1
 

Antrag § 65 1:
Letzter Satz ersatzlos streichen.
Es mutet eigenartig an, dass der Regierungsrat nicht bestrebt ist, seinen Bildungsrat mit möglichst vielen Fachleuten besetzen zu wollen. In Baukommissionen sitzen auch meist Fachleute wie ArchitektInnen, StrassenbauunternehmerInnen u.a. … und auch ein Bankrat setzt sich als Fachkommission aus branchenerfahrenen Fachleuten zusammen. Wieso scheut man sich beim Bildungsrat von einer ‚Fachkommission‘ zu sprechen?
 
 
Anhang 4 § 12 Klassengrössen
 

Ein Blick auf die Schülerzahlen in den Gemeinden zeigt, dass zwischen den Richtwerten des Kantons und den Klassengrössen in den Gemeinden ein Loch klafft. Eine durchschnittliche Zuger Schulklasse besteht aus 18 Lernenden. In der Primarschule, wo die Heterogenität am Grössten ist beträgt die Richtzahl jedoch 22 Sch. 18 Lernende in einer Klasse ist in der heutigen Zeit mit den hohen Anforderungen eine gute Grösse. Die Qualität im Unterricht kann so klar gesteigert werden. Das Gesetz wird dadurch auch der Realität angepasst.
 
Antrag:

Die Richtzahl