Sehr geehrter Herr Regierungsrat
Sehr geehrte Damen und Herren
 
Wir danken für die Einladung zur Teilnahme an der Vernehmlassung. Gerne beteiligen wir uns an dieser Form der Mitsprache.
Zu folgenden Artikeln bringen wir Bemerkungen, Ergänzungs- oder Änderungsanträge an:
 
§ 3

Die Formulierung dieses Artikels begrüssen wir sehr, legt er doch eine umfassende und nachhaltige Definition des Bildungs- und Erziehungsauftrags fest.
 
 
Änderung §5 Abs. 3
Sie kann in einer öffentlich-rechtlichen oder einer anerkannten privaten Schule erfüllt werden.
 
 
§ 6 Abs. 1 a SchulG

Kinder, die bis Ende April das vierte Altersjahr erfüllt haben, haben auf Beginn des folgenden Schuljahres den obligatorischen Kindergarten zu besuchen. Erfüllen sie bis Ende Juli das vierte Altersjahr, sind sie zum Eintritt in den obligatorischen Kindergarten berechtigt.
 
Begründung
Bei der Argumentation bezüglich Homeschooling wird mit dem Nachbarkanton Zürich verglichen, weil man konkurrenzfähig bleiben möchte gegenüber dem Nachbarkanton. Der Kanton Zürich und bald auch der Kanton Aargau kennen jedoch bereits die Möglichkeit des früheren Eintritts in Kindergarten Schule. Der extrem frühe (Ende Februar /Ende Mai)  und unflexible Stichtag ist schon längst nicht mehr zu rechtfertigen. Es gibt Kinder, die schon früher schulreif sind. Zudem ist ein flexibleres Eintrittsdatum für die Chancengleichheit von Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern ebenfalls sehr wichtig.
 
Alternativantrag
Kinder, die bis Ende April das fünfte Altersjahr erfüllt haben, haben auf Beginn des folgenden Schuljahres den obligatorischen Kindergarten zu besuchen. Erfüllen sie bis Ende Juli das fünfte Altersjahr, sind sie zum Eintritt in den obligatorischen Kindergarten berechtigt.
 
 
Änderung §6 Abs. 2
In besonderen Fällen kann auf Gesuch der Erziehungsberechtigten und dem schulpsychologischen Dienst ein früherer oder späterer Schuleintritt bewilligt werden.
 
Begründung

Allgemein darf davon ausgegangen werden, dass Eltern ihr eigenes Kind sehr gut kennen und demnach zum Wohle des Kindes einen früheren oder späteren Schuleintritt beantragen. Leider sind diese beiden Bedingungen (gute Kenntnis und zum Wohle des Kindes) nicht immer vorhanden. Deshalb sind wir der Meinung, dass der schulpsychologische Dienst hier beratend zur Seite gezogen werden muss.
 
 
Änderung § 8 Abs. 1 Bst. a SchulG
"- den Kindergarten oder eine Grundstufe"
 
Begründung
Kindergarten und die erste Klasse auf Primarstufe werden auf der Grundstufe zu einer neuen Schulstufe zusammengefasst. In der Gemeinde Oberägeri hat sich die Grundstufe – bereits seit längerem eingeführt – bestens bewährt.
 
 
Änderung § 10 Abs.3

Für lokale Veranstaltungen, lokale Feiertage und schulinterne Weiterbildungsveranstaltungen können pro Schuljahr maximal zehn schul- oder unterrichtsfreie Halbtage festgelegt werden.
 
Begründung
Hier braucht es eine Flexibilisierung, weil es Gemeinden gibt, die noch Zusatzfeiertage haben wie Zug mit dem Stadtheiligen St. Michael.
 
 
Ergänzung § 10 Abs. 3 SchulG
Die Betreuung an den unterrichtsfreien Halbtagen ist zu gewährleisten.
 
Begründung
Die betreffende Gemeinde hat an den unterrichtsfreien Halbtagen eine angemessene Betreuung für Schülerinnen und Schüler anzubieten. Berufstätigen Eltern ist es nicht zuzumuten, für diese Zeit eine allenfalls kostenpflichtige Betreuung organisieren zu müssen. Unterrichtsfreie Zeit ist nicht mit betreuungsfreier Zeit gleichzusetzen.  
 
 
§ 19
Nach dem Ja der Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am 23. 09. 2012 zum neuen Verfassungsartikel „Musikalische Bildung“ wird die Musik gleich wie der Sport in der Bundesverfassung verankert. Dass die DBK diese Entwicklung bereits vor Einführung auf eidgenössischer Ebene bereits in der Vernehmlassungsvorlage vorweggenommen hat,  finden wir lobenswert.
 
 
§ 20
Der Kanton Zug will Elternorganisationen ein Mitspracherecht einräumen und deren Aktivitäten auch finanziell unterstützen. Wir begrüssen diese
 
 
Änderung § 23 Absatz 4

„-, sofern diese Therapien und Abklärungen noch nicht oder seit weniger als einem Jahr abgeschlossen sind-„. Diese Einschränkung ist zu streichen.
 
Begründung
Auch wenn eine Therapie seit mehr als einem Jahr abgeschlossen ist, kann es nützlich und wichtig sein, Daten zwischen abgebenden und übernehmenden Schulen weiter zu geben. Die Schule ist unter diesem Gesichtspunkt von der Grundstufe bis zur Oberstufe eine Einheit. Deshalb kann ein Datenaustausch auch über längere Zeit relevant sein.
 
 
Streichung von § 44 Abs. 2 SchulG
 
Begründung
Die Kosten für die Verkehrsinstruktion würden zudem ja auch dann entstehen, wenn die betreffenden Schülerinnen und Schüler die öffentliche Schule im Kanton Zug besuchen würden.  
 
 
Änderung § 45 Abs. 1 Bst. c SchulG

"….oder unbefristeten" ist zu streichen.
 
Begründung

Hier geht es um Lehrpersonen, die weder ein Diplom noch ein Zertifikat eines vom Konkordatsrat der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz hat und auch nicht von der Schweizerischen Konferenz der kantonalen ErziehungsdirektorInnen anerkannten kantonalen oder ausländischen Lehrdiploms hat. Die Lehrberechtigung von Lehrpersonen ohne entsprechende Ausbildung muss eine absolute Ausnahme darstellen. Somit sollen Lehrpersonen ohne anerkanntes EDK-Diplom bzw. Diplom oder Zertifikat des Konkordatsrats nur befristet zur Lehrtätigkeit zugelassen werden. Eine unbefristete Lehrbewilligung vermag nicht zu gewährleisten, dass die betreffende zugelassene Lehrperson dann auch wirklich die von ihr verlangte entsprechende Ausbildung bzw. Weiterbildung macht. Die momentan angespannte Situation auf dem Arbeitsmarkt für Lehrpersonen vermag die vorliegende Gesetzesrevision nicht zu rechtfertigen.  
 
 
Änderung § 74 Abs. 2 SchulG

"…Sie bedürfen der Bewilligung, wenn sie den Unterricht im Bereich der obligatorischen Schule übernehmen wollen."
 
Begründung
Die Privatschulung (Schulung zu Hause) beurteilen wir sehr skeptisch. Mit der Möglichkeit der Privatschulung setzt eine Aufweichung der obligatorischen Schulpflicht ein. Zudem verlieren Kinder durch diese Form der Beschulung möglicherweise jegliche sozialen Kontakte, welche für eine ganzheitliche Entwicklung von grosser Bedeutung sind. So können bestimmte Sekten oder sektenähnliche Gruppierungen, welche die soziale Isolierung ihrer Mitglieder zum Ziel haben, in ihrem Wirken unterstützt werden.
 
Für die Lehrperson gibt es im ersten Halbjahr überhaupt keine Anforderungen bezüglich der Ausbildung. Es kann also jedoch Person die Schulung übernehmen ob ausgebildet oder nicht. Nach einem halben Jahr braucht es dann eine Bewilligung der DBK. Bezüglich Ausbildung kann von der DBK auch was übereinen längeren Zeitraum als ein halbes Jahr geht, wieder als Ausnahme bewilligt werden. Im Kommentar wird auf eine sehr restriktive Praxis des Kantons Zug hingewiesen, ohne konkret darauf einzugehen, unter welchen Bedingungen Privatschulung bewilligt wird. Sollte Privatschulung im Kanton Zug möglich sein, so muss zwingend vom ersten Tag an eine Bewilligung der DBK vorliegen.
 
 
 
Für die Alternativen – die Grünen Kanton Zug,
Esther Haas , Kantonsrätin
Vroni Straub, Kantonsr