Geschätzter Regierungsrat Tännler,
geschätzte Mitglieder der Regierung
 
Die Alternativen – die Grünen bedanken sich, dass sie zur Vernehmlassung eingeladen wurden.Wir nehmen dazu gerne wie folgt Stellung:
 
A. Anpassung Kantonaler Richtplan
Die in P 3.1.2 aufgeführten neuen Projekte a bis h des Agglomerationsverkehrs werden ausdrücklich begrüsst.
 
B. Agglomerationsprogramm 2. Generation
Bemerkungen zu den einzelnen Kapiteln:
 
1. Einleitung – Zur Zusammenfassung
Die Wichtigkeit die Agglomerationsentwicklung Gesamtschweizerisch und über die Kantonsgrenzen hinaus zu koordinieren und die Infrastruktur gemeinsam zu planen wird als positiv und wünschenswert angesehen. Wir begrüssen die Idee, dass das Einwohner- und Arbeitsplatzwachstum im Agglobereich Zug gebremst werden soll, sind jedoch skeptisch, inwieweit das auch geschieht. Das nachhaltige Wachstum ist nicht gefordert. Die Infrastruktur-Anpassungen im öffentlichen Verkehr werden ebenfalls begrüsst, der Ausbau des individual-Verkehrs ist unserer Meinung nach aber zu stark gewichtet. Insbesondere im ersten Aggloprogramm wurde der Strassenverkehr mit viel grösseren Beträgen gegenüber dem ÖV und Langsam Verkehr begünstigt.
 
3. Analyse
3.2.2
. Die Zunahme der Einwohner und Beschäftigungszahlen ist in den letzten 8 Jahren – nur 8 Jahren (!) – ist enorm und soll zugunsten einer nachhaltigen Weiterentwicklung unseres Kantons mit verschiedenen Massnahmen begrenzt werden. Das enorme Wachstum der Arbeitsplätze v.a. auch in Relationen zur Wohnbevölkerung ist zu hoch. Ein Bevölkerungswachstum von jährlich 1.7 % ist hoch, das Wachstum von jährlich 5.5 % an Arbeitsplätzen ist für eine geordnete Weiterentwicklung unserer Region schwierig zu verkraften.
 
Diese überaus starke Entwicklung / Tendenz hat negative Auswirkungen auf die Wohnqualität, sie ist in vielen Quartieren stark spürbar. Das hohe Pendelverkehr-aufkommen hat das Leben in der Agglomeration strakt verändert. Diese Entwicklung muss öffentlich unbedingt mehr thematisiert werden, und durch griffigere Massnahmen gestoppt werden. Die Verdichtung in den letzten Jahren hat einiges an Erholungsraum erhalten, aber der Druck durch das vermehrte Nutzen und die Freizeitsportarten hat diese Naherholungsgebiete nachhaltig verändert.
 
3.3. Verkehr: Die verschiedenen Aspekte der Verkehrsanalyse sind unseres Erachtens zutreffend erfasst und zeigen die unterschiedlichen Zustände in den Regionen auf. Beim öffentlichen Verkehr hat sich in den letzten Jahren einiges verbessert, das Feinverteil-Netz hat aber nach wie vor Verbesserungen nötig. Insbesondere auch zu Randzeiten, Nacht, Wochenende. Diese Unterschiede sind mit den Grafiken nicht erfasst, sind aber für eine gute Lebensqualität und für ein positive Veränderung des Modalsplits hin zu mehr öffentlichem Verkehr unabdingbar.
 
Die Güteklassen-Erfassung (Abb. 26) ist zwar sehr aufschlussreich, zeigt jedoch nicht auf, wie viele Leute jeweils in den gezeichneten Bereichen leben/arbeiten. Als Beispiel: In Steinhausen gibt es zwar eine gute Erschliessung insgesamt, einige grosse Wohngebiete haben aber einen relativ langen Weg bis zur nächsten Bus- oder Bahn-Haltestelle! Das Velowegnetz ist recht gross, hat sich in den letzten Jahren aber kaum noch entwickelt. In den Erfassungen wird nicht aufgezeigt, inwieweit sich Fussgänger und Velofahrer in die Quere kommen und somit zusätzlicher Handlungsbedarf besteht. Beim Mobilitätsverhalten wird sehr gut sichtbar, dass bei den Zupendlern der Anteil Autofahrer noch sehr hoch ist (64 %).
 
Uns erstaunt sehr, dass keine aktuelleren Mobilitätszahlen vorhanden sind (3.4.) Wenn, wie vorher aufgezeigt, die Wachstumsraten so hoch ist, sind 11 jährige Zahlen nicht mehr genügend Aussagekräftig! In dieser Zeit ist ja auch die Stadtbahn eröffnet worden, die Einiges verändert hat.
 
Zu 3.7. Trotz der nach unten korrigierten Wachstumsziele sind die erwarteten Zuwachszahlen unseres Erachtens zu hoch und werden den Druck in jeglicher Hinsicht noch verstärken. Ein Überdenken ist dringend nötig. Daraus ergibt sich, dass die Alternativen – die Grünen die Stärken und Schwächen
 
3.8.1. noch etwas pointierter formulieren möchten. Die Chancen und Gefahren und der Handlungsbedarf 3.8.3. sind unseres Erachtens sehr gut formuliert. Das jedoch aus den Kapitel Verkehr so viele Strassenmassnahmen (5) resultieren, kann nicht nachvollzogen werden.
 
4. Zukunftsbild
Das beschriebene Bild zeigt eine Einbettung in die Globale Welt und die Schweiz. Als Mitte zwischen Zürich und Luzern, an vielen Verkehrsachsen und gut erschlossen. Die aufgezeigte Verdichtung im Bauen ist richtig und die vielen Arbeitsplätze machen eine Entwicklung unumgänglich. Die Agglomeration Zug hat in verschiedener Hinsicht grosse Attraktivität. Das wenige Land zwischen den Städten/Dörfern sind dargestellt als Erholungsraum und sollen die Attraktivität noch steigern. Jedoch ist die Balance zwischen starkem Wachstum und Wahrung natürlicher Ressourcen zu wenig ausgeprägt ins Zukunftsbild eingeflossen. Unserer Ansicht nach ist diese Aussensicht die wirtschaftliche und Zentrums Rolle nicht nur beliebt. Sie vernachlässigt die geschichtliche und regionale Identität. Ob dies Raumplanerisch einfliessen kann ist zu prüfen.
 
5. Teilstrategien
Die verschiedenen vorgeschlagenen Massnahmen entsprechen in vielen Punkten unserer Vorstellung. Ob sie dann auch effektiv vorangetrieben und umgesetzt werden, wird von uns bezweifelt.
 
6.1. Landschaft
Die konkreten Massnahem sind nicht allzu gross. Naturschutz, Erholungsraum und Landwirtschaft sind gleichwertig. Die verschiedene Nutzung wird unsererseits als eher problematisch angesehen. Die Aussage, dass im 1. Aggloprogramm keine Massnahmen im Bereich Landschaft ausgewiesen wurden, hat zu wenig Abbild in den Massnahmen gefunden.
 
6.2. Siedlung
Es sind gute Massnahmen gefordert, deren Umsetzung aber leider aufgrund fehlender griffiger Aussagen nicht realistisch sein wird.
 
M21.01.
Wachstum mit Grenzen: Zum strategischen Ziel, das Bevölkerungs- und Arbeitsplatzwachstum zu reduzieren, fehlen klar messbare und wirksame Massnahmen. Auch fehlen entsprechende quantitative Zielgrössen.
 
M21.03 Auch die Massnahmen „Preisgünstiger Wohnungsbau“, M21.05 Verkehrsintensive Einrichtungen in integrierter Lage (es sind keine Reserven vorhanden), werden schwierig.
 
M21.05 Die Siedlungsbegrenzungslinien gewährleisten zwar eine Freihaltung von Naherholungsgebieten oder von Siedlungstrenngebieten. Innerhalb der Siedlungsbegrenzungen bestehen aber nach wie vor zu grosse Spielräume für das Siedlungsflächenwachstum. Es fehlen in landschaftlich exponierten Gebieten (z.B. in Risch) Siedlungsbegrenzungen. Innerhalb der Siedlungsbegrenzungen sind grosse Neueinzonungs-Gebiete möglich. Für die beabsichtigte Begrenzung der Wachstumszahlen fehlen konkrete Vorgaben und griffige Massnahmen bez. Einzonung. Da es sich bei den Neueinzonungen zumeist um periphere Gebiete handelt, sind diese im Allgemeinen nur ungünstig an den ÖV angebunden und verursachen mehr MIV. M21.03 /
 
M21.08. Erhalt und Entwicklung historisch wertvoller Gebäude: das Beispiel Aabach in Risch zeigt, wie die zu diesem Thema im Richtplan verankerten Grundsätze bezüglich Erhalt historischer Bausubstanz und Begrenzung der Siedlungsflächenzunahme durch überrissene Neubauprojekte ad absurdum geführt werden. Da es sich zumeist um private Landgüter handelt, kann auch nicht von einer Verbesserung der öffentlichen Räume gesprochen werden.
 
6.3. Verkehr
Dass zuerst der ruhende Verkehr aufgeführt ist, gefällt uns natürlich und