Weiterhin unkontrollierter Geldabfluss aus den Ländern des Südens – Medienmitteilung Alternative – die Grünen Zug

Der Zuger Kantonsrat hat es heute leider verpasst, sich gegen die Ungleichverteilung des Wohlstandes auf der Welt einzusetzen. Er verweigert sich einer inhaltlichen Diskussion – Augen zu und durch. Das Domizilprivileg und damit die Briefkastenfirmen hatten noch nie einen besonders guten Ruf. Bereits vor deren Einführung warnte Regierungsrat Philipp Etter 1925, „dass eventuell Gesellschaften in den Kanton Zug hinziehen könnten, die später demselben mehr Sorge als Freude bereiten.“ Die aktuelle „Panama-Affäre“ und die Nennung von über 3000 Gesellschaften aus der Schweiz, viele davon aus dem Kanton Zug, sollten ihm Recht geben. Das Zuger Domizilprivileg führt zu einem massiven Geldabfluss aus rohstoffreichen Ländern. Finanzsubstrat das für die Entwicklung dieser Länder und der dort lebenden Bevölkerung immens wichtig wären. Unsere Motion hätte dem Kanton Zug die Chance geboten, freiwillig auf die Briefkastenfirmen zu verzichten, bevor er, wie es der Schweiz beim Bankgeheimnis passiert ist, dazu gezwungen wird. Was auf nationaler Ebene mittels Unternehmenssteuerreform III verändert wird, ist zum heutigen Zeitpunkt völlig unklar. Der Ausgang einer Volksabstimmung, das Referendum ist angekündigt, ist nicht absehbar. Die Alternative – die Grünen werden sich auch in Zukunft gegen solche Privilegien weniger einsetzen und machen sich stark für eine lückenlose Aufklärung über die Geschäftspraktiken der im Zuge der Panama Papers genannten Zuger Adressen.

Andreas Lustenberger,
Präsident ALG, Kantonsrat