Sehr geehrte Medienschaffende
Wie Sie wissen, habe ich mich als Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission aktiv an den langwierigen und letztlich enttäuschenden Debatten um die Waffengesetzgebung beteiligt. In der SiK wie auch im Nationalrat agierte ich als Vertreter meiner Fraktion, aber auch als Mitglied der GSoA, für die ich hier sitze, und nicht zuletzt als Verteidiger der offiziellen Anliegen meines Kantons.
Die Zuger Regierung hat in ihren beiden Vernehmlassungen zum Waffengesetz auf zwei Forderungen ein besonderes Gewicht gelegt: auf das Verbot von Pump Actions und auf die Schaffung eines nationalen Waffenregisters. Beide Anliegen sind Teil dieser Initiative. Zu den Repetierschrotflinten schrieb die Zuger Regierung am 17. 12. 2002: ‚Es ist nicht erklärbar, weshalb eine dermassen gefährliche Waffe in private Hände gelangen soll.‘ Das Waffenregister, das Bundesrätin Ruth Metzler vorgeschlagen und Bundesrat Christoph Blocher später wieder verworfen hat, ist von der Zuger Regierung besonders stark begrüsst worden. Es lässt sich zwar nicht beweisen, dass die Existenz eines solchen Registers das Attentat verhindert hätte. Aber es lässt sich beweisen, dass ein Register der Polizei die Chance gegeben hätte, die Tragödie zu verhindern.

Diese Initiative schafft eine weitere – historische – Chance: Das Verhängnis von Waffe und Würde, die alteidgenössische Erblast des ‚wehrlos gleich ehrlos‘, endlich zu knacken. Wenn die Waffenlobby behauptet, es seien Menschen (präziser wäre: Männer) und nicht Waffen, die töten, hat sie mehr recht, als ihr lieb sein kann. Häufig greifen Männer zur Schusswaffe, gegen andere, gegen sich selber oder gegen andere und gegen sich selber, weil sie darin das Mittel sehen, ihre Ehre wieder herzustellen (Fall Leibacher) oder eine durcheinander geratene Welt wieder in Ordnung zu bringen (Fall Stadler).
Die GSoA, deren Hauptziel die Zivilisierung der Köpfe ist, sieht in der Volksinitiative für den Schutz vor Waffengewalt ein Mittel, die Schweiz vom Verhängnis von Waffe und männlicher Würde zu befreien. Auch deshalb haben wir uns bereit erklärt, mit mindestens 20’000 Unterschriften den zweitstärksten Beitrag zum Gelingen der Initiative beizusteuern.

Im laufenden Wahlkampf versucht eine Bundesratspartei systematisch, Unsicherheiten elektoral auszuschlachten. Jede Statistik zeigt mit aller Deutlichkeit, dass – abseits der Strassen und abgesehen von der Klimaerwärmung – das weitaus grösste Sicherheitsproblem in unserem Land in der massenhaften Verbreitung von Schusswaffen und in einer fahrlässigen Waffengesetzgebung liegt. Wem es wirklich um Sicherheit geht, unterstützt diese Initiative. Wer aber diese Initiative nicht unterstützt und trotzdem mit der Unsicherheit Wahlkampf macht, dem geht es offensichtlich um etwas anderes als um Sicherheit.

Josef Lang
Initiativsprecher für den GSoA-Vorstand, Vertreter der Grünen Fraktion in der SiK des Nationalrats, Präsident der Alternative Kanton Zug

Offizielle Dokumentation zur Inintiative zum Download