Vor zehn Jahren kam es im Grossen Gemeinderat in Zug zu einem bemerkenswerten Kompromiss bei der Neugestaltung des Postplatzen. Die Stadtzugerinnen und Stadtzuger stimmten der Vorlage 2008 klar zu: 65 Prozent sprachen sich dafür aus, dass das Stadtzentrum durch den umgestalteten, parkplatzfreien Postplatz aufgewertet werden soll.

Der Kompromiss dieser Vorlage war, dass der Öffentlichkeit im Parkhaus beim Postplatz insgesamt 100 Parkplätze zur Verfügung stehen sollen, d.h. 60 Parkplätze mehr als heute. Als Ausgleich werden mit der Eröffnung des Parkhauses 60 oberirdische Parkplätze zwingend aufgehoben und der Postplatz neu gestaltet.

Im Frühjahr 2018 wird nun das neue Parkhaus eröffnet. Somit ist die Voraussetzung geschaffen, die Parkplätze zu verlegen und den Postplatz neu zu gestalten – wie es an der Urne beschlossen wurde. Ihren eigenen Kompromiss und den klaren Volkswillen ignorieren die bürgerlichen StadtparlamentarierInnen nun aber. Den Baukredit für die Umgestaltung des unteren Postplatzes lehnten sie ab und sie fordern weiterhin Kurzzeitparkplätze auf dem unteren Postplatz. Trotz der Zustimmung der StadtzugerInnen zum autofreien Platz wird so die Aufwertung des Stadtzentrums auf unbestimmte Zeit blockiert.

Das ist unverständlich. Einerseits weil ein demokratischer Beschluss nicht respektiert wird, andererseits, weil ein in gutem Glauben gemachter Kompromiss hintergangen wird. Denn beim Kompromiss um den aufgewerteten Postplatz geht es um mehr als nur um ein paar Parkplätze. Der Postplatz liegt mitten in der Stadt und soll zu einem attraktiven Aussenraum zwischen Altstadt und Neustadt umfunktioniert werden. Das Bijou vor dem Regierungsgebäude soll nicht Abstellplatz sein, sondern ein attraktiver und belebter Aussenraum. Damit das möglich wird, müssen die Parkplätze ins unterirdische Parkhaus verlagert werden. Denn nur so schaffen wir Lebensqualität, von der alle profitieren: das Gewerbe, der Tourismus, die Kultur und die BewohnerInnen von Zug gleichermassen.

Tabea Zimmermann Gibson
Gemeinderätin, Alternative – die Grünen Stadt Zug