Du bist hier:>>Vom Reichtum Schweizer Exportgüter

Vom Reichtum Schweizer Exportgüter

So sieht Lobbying für die Rüstungsindustrie aus: In einer geschlossenen Front setzen sich die Vertretungen von SVP und FDP in der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates durch. Sie markieren mit ihren 13 Stimmen die Achse der Macht und übertönen die 12 Stimmenden der anderen Parteien. Diese Mächtigen befürworten neu auch Kriegsmaterial-Exporte in Länder, welche in einen internen bewaffneten Konflikt verwickelt sind. Macht heisst hier folglich mit Bürgerkriegen Profit machen. Die neutrale Schweiz mit humanitärer Tradition durchlöchert gerade die Bestimmungen für Waffenexporte.

Zur gleichen Zeit wie die Sicherheitspolitische Kommission tagt, gehe ich in Menzingen im Mutterhaus des Klosters ein und aus. Die Schwestern sind am Räumen, Material in Kisten packen, Weitergeben, Entsorgen. Das Missionsmuseum ist leergeräumt. In wenigen Tagen kommen die Handwerker und beginnen mit den Rennovationsarbeiten an der Klosterkuppel. Ein grosser Umbau beginnt.

Und ich komme nicht umhin mir Gedanken zu machen über die Exporte der Menzinger Schwestern. Wo immer die Menzinger Schwestern im Einsatz stehen, setzen sie sich für Humanität, Frieden und Verständigung ein. Ihre Saat ist vielerorts aufgegangen und ihre Kongregation wächst heute in andern Kontinenten. In der Vision der Generalleitung der Menzinger Schwestern ist die Rede davon, „Frauen der Hoffnung“ zu sein. Und in der Botschaft des Generalkapitels aus dem Jahre 2013 wird die Forderung aufgestellt, „sich gegen verschiedene Formen der Gewalt einzusetzen“, auch „auf gesellschaftlicher Ebene“. Während ich mich frage, welche Saat mit Waffenexporten aufgeht bin ich froh darüber, auch von den Leistungen der Menzinger Schwestern zu wissen.

Marianne Aepli, Präsidentin Alternative-die Grünen Menzingen