Das angekündigte Entlastungsprogramm der Regierung wird in Form einer Opfersymmetrie korrigiert, d. h. die begünstigten Firmen profitieren weiterhin, die Bevölkerung bezahlt die Zeche in Form von Leistungsabbau.

Widersprüchliche Politik
Sehr oft erlebe ich die politischen Diskussionen in grossen Widersprüchen.Da wurden über Jahre Firmen mit Tiefsteuern begünstigt und gleichzeitig der wirtschaftliche Standortvorteil für Firmen im Kanton Zug hervorgehoben. Wenn es sich dann auch noch um zahlungskräftige Firmen handelt, die sich in Zug niederlassen, werden nur die Steuereinnahmen hochgelobt, nicht aber die zum Teil unwürdigen Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer in der globalen Welt, die für diese Steuerbeiträge teilweise mit ihrer Gesundheit bezahlen. Was nach Steuervorteilen für vermögende Personen aussieht, entpuppt sich für den Normalverdiener als die Herausforderung, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Wohnungen werden saniert und anschliessend zu marktangepassten Preisen wieder angeboten. Oft ist es den vorherigen Mietern aus Kostengründennicht mehr möglich, in die überteuerten Wohnungen zurückzukehren.
Das angekündigte Entlastungsprogramm der Regierung wird in Form einer Opfersymmetrie korrigiert,d.h., die begünstigten Firmen profitieren weiterhin, die Bevölkerung bezahlt die Zeche in Form von Leistungsabbau. Die ältere Generation, die Verzicht und Sparen bestens gekannt hat, soll heute ihre verdiente Ergänzungsleistung stark vermindert hinnehmen? Das grosse Sparen in unserer wichtigsten Ressource der Bildung wird längerfristig zum Bumerang. Qualitätseinbussen werden die Folgen sein. Altersentlastungen bei Lehrpersonen werden in Frage gestellt bzw. gar Erhöhungen von Pflichtpensen in Betracht gezogen. Da werden wohl die Kosten ausgebrannter Lehrpersonen den Krankenkassen zugeschoben. Die Regierung gibt vor, Ortszentren von Verkehr entlasten und auch dem Stau entgegen wirken zu wollen; jetzt wird aber bei Bahn und Bus eingespart. Da ist für mich die Glaubwürdigkeit nicht mehr erkennbar!
Das angekündigte Entlastungsprogramm des Kantons wird zu einem Belastungsprogramm der Gemeinden. Mit der Umverteilung der Kosten wird nicht wirklich gespart, sondern die Gemeinden zur Kasse gebeten. Dies wird spätestens an der nächsten Budgetdebatte in den Gemeinden spürbar werden und für Diskussionen sorgen.