Es war bisher guter Usus, dass ein Teil des Rechnungsüberschusses für die Hilfe ans Ausland verwendet wurde. Die Fraktion Alternative bedauert sehr, dass dies in diesem Jahr nicht vorgesehen ist. Die Arabische Revolution zeigt, wie Menschen unter vielen persönlichen Opfern sich mehr Freiheit und Demokratie erkämpfen. Leider kommt es dabei auch zu Krieg, zu Verfolgungen, zu Zerstörungen, Not und Flüchtlingselend. Seien es die neuen Regierungen, seien es die in Flüchtlingscamps untergebrachten Menschen oder seien es die BewohnerInnen von Dörfern und Städten in aufständischen Gebieten, die in den letzten Monaten unter Beschuss waren: die Menschen in Tunesien, Ägypten, Libyen, Jemen und Syrien brauchen humanitäre Unterstützung.
 
Die schweizerische Glückskette führt derzeit eine Spendensammlungsaktion für betroffene ZivilistInnen und Flüchtlinge in Libyen durch. Hier kann sich der Kanton Zug anschliessen.
 
Dabei geht es nicht um Entwicklungshilfe im engeren Sinn.
Diese ist Sache des Bundes.
Sondern es geht darum, einen Teil des vielen Geldes, das auf dem Platz Zug mit dem Rohstoffhandel verdient wird – auch mit Rohstoffen, die aus diesen nordafrikanischen und arabischen Ländern stammen und die nicht selten unter menschenrechtswidrigen Umständen gefördert und gehandelt werden – wieder in eine demokratische Perspektive, in Frieden und Stabilität in diesen Ländern zu investieren.
 
Wir können nicht nur profitieren, wenn dort "Grabesruhe" herrscht, weil autoritäre Regimes ihre Völker "im Griff" haben. Und gleichzeitig in frommen Worten mehr Demokratie wünschen. Sondern es ist unsere humanitäre, menschenrechtliche und demokratische Pflicht und Tradition, humanitäre Hilfe an die betroffenen Zivilistinnen und Zivilisten zu leisten.
 
Wir stellen hier einen Antrag:
200’000 Franken für Frieden und humanitäre Hilfe in Libyen/Nordafrika durch einen Beitrag an die Glückskette-Aktion "Nordafrika"
 
Besten Dank.
 
 
Rupan Sivaganesan,
Alternative – die Grünen