Berücksichtigung von mineralischen Recycling-Baustoff.
 
Wir sind der Meinung, dass der Anteil an Recycling-Stoffen in Zukunft noch erhöht werden soll im Vergleich zum Antrag der Regierung und der Raumplanungskommission. Statt wie in der Vorlage eine Steigerung um 10 % bis zum Jahr 2025 befürworten wir eine Steigerung um 20 %. Der Anteil des Recycling-Baustoffes soll also im Jahr 2025 bei 32 – 35 % liegen. Das ist auch der entsprechende Antrag unsererseits.
 
Unsere Argumente:
 
Kies ist ein nicht erneuerbarer Rohstoff. Selbst wenn durch die jetzt geplanten Massnahmen der Vorrat bis ins Jahr 2040 gesichert werden kann, ist das eigentlich ein kurzer Zeithorizont. Können wir akzeptieren, dass in etwas mehr als einer Generation die relativ einfach abbaubaren Kiesvorräte im Kanton Zug aufgebraucht sein werden? Klar gibt es noch weitere Vorräte, aber diese sind entweder heikel in Sachen Naturschutz oder heikel betreffend Immissionen für Siedlungsgebiete oder wirtschaftlich nicht lohnend. Wir plädieren also für eine grösstmögliche Schonung der vorhandenen Kiesressourcen. 
 
Wir anerkennen, dass der von Regierung und Kommission beantragte Anteil von 22-25 % Recycling-Material bereits eine klare Verbesserung ist im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre. Wir anerkennen auch, dass der Kanton in Zukunft seine Bestrebungen in dieser Richtung verstärken will –  insbesonders dass er bei den Ausschreibungen für seine Projekte die Verwendung von Recycling-Material vorschreiben will, sofern es technisch möglich ist. Anderseits gehen wir davon aus, dass durch die technologischen  Entwicklungen bei der Aufbereitung von Recycling-Baustoffen die Einsatzmöglichkeiten solcher Baustoffe noch breiter werden. Dadurch wird auch ein verstärkter Einsatz sowohl für den Kanton wie auch für Private möglich.
 
Weil die privaten Bauherren in Bezug auf ihre Lieferquellen und Materialwahl frei sind und stark nach rein wirtschaftlichen Kriterien handeln, ist die AL-Fraktion der Meinung, dass auch die Frage der finanziellen Anreize geprüft werden soll, damit der Anteil von recycliertem Material erhöht werden kann. In der Kommissionsdiskussion hat der Baudirektor auch zugesichert, dass er diese Frage prüfen werde.
 
Wenn es um Schonung der vorhandenen Ressourcen im Kanton Zug geht, dann gibt es in Sachen Kies nur die Möglichkeit, mehr Recycling-Material einzusetzen oder mehr zu importieren. Falls nötig bevorzugen wir die finanzielle Förderung des Recycling-Baustoffes durch den Kanton. Es handelt sich dabei nicht um grosse Geldbeträge. Laut Schlussbericht  der "Arbeitsgruppe Kieskonzept 2008 " handelt es sich um eine Grössenordnung  von 1’000.- bis 3’000.- Franken pro Wohnung, denn (Zitat aus dem Schlussbericht, S. 31) "Im Hochbau ist der Einfluss der Betonkosten relativ gering" (Ende Zitat).