Tragen wir einige Fakten zur Beurteilung dieses Antrags zusammen:
 
Inventar ist lückenhaft

Das kantonale Inventar der schützenswerten Denkmäler ist lückenhaft, was in Bezug auf die Planungs- und Rechtssicherheit bei Hauseigentümerinnen und Hauseigentümern sowie bei den Gemeinden und beim Kanton immer wieder zu Problemen geführt hat.
 
Hohe Bautätigkeit im Kanton Zug
Die hohe und zunehmende Planungs- und Bautätigkeit hat zu einer markanten und andauernden Zunahme der Arbeitslast bei der Denkmalpflege geführt. Seit 2007 ist der Anteil an Geschäften mit schriftlichen Stellungnahmen um 75% gestiegen.
Die Denkmalpflege ist heute mit Arbeiten welche zum Tagesgeschäft gehören ausgelastet. Es ist daher nicht ersichtlich, wie ein zusätzliches Projekt in diesem Umfang durch interne Stellen bewältigt werden könnte. Dies umso mehr, als dass die Denkmalpflege seit 2009 wegen eines Bundesgerichtsentscheids neu auch die Auswirkungen der Zielvorgaben gemäss Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) beurteilen muss.
„Und wenn man schon einmal ein Verfahren bei einem Haus mit Denkmalschutz durchgezogen hat, weiss man, dass das nicht gerade die speditivste Art ist, zu bauen.“ (Heini Schmid, KR Sitzung Oktober 2008)
 
Denkmalschutzkommission und Gemeinden fordern Überarbeitung
Die Kantonale Denkmalschutzkommission (darin vertreten sind unter anderem die Gemeinden, der Hauseigentümerverband oder der Historischer Verein des Kantons Zug) hat die Situation ebenfalls beurteilt und der Direktion des Innern beantragt, eine vollständige Überarbeitung des Inventars in Auftrag zu geben. Und soweit ich weiss haben auch die Gemeinden mehrfach auf Lücken im Inventar hingewiesen. Eben gerade weil sie keine genügende Übersicht über die potentiellen Schutzobjekte haben.
 
Mit Inventar mehr Rechtssicherheit
Ein vollständiges Inventar beschleunigt die Abklärung der Schutzwürdigkeit. Zudem kann in diesem Falle auch davon ausgegangen werden, dass diese Arbeit eine Verminderung von Beschwerden nach sich ziehen wird. Dies trägt beides dazu bei, Schlussendlich auch Kosten beim Kanton (aber auch bei der Bauherrschaft) eingespart werden. Eine systematische Überarbeitung und Ergänzung des Inventars verbessert somit also auch die Rechtssicherheit.
 
Stimmen sie deshalb gegen den Kürzungsantrag der Stawiko. Denn ein nicht oder nur teilweise aktualisiertes Inventar führt zu administrativem Mehraufwand und Rechtsunsicherheit, primär für die Grundeigentümerschaften, aber auch für die Standortgemeinden im Hinblick auf anstehende Bewilligungsverfahren.
 
 
Andreas Hürlimann, Alternative Grüne Fraktion