Wenn es um die Fachhochschule Zentralschweiz, respektive mit neuem Auftritt um die Hochschule Luzern geht, dann bin ich gleich auf mehrere Arten betroffen. Zum Einen bin ich als Mitglied der Stawiko Delegation für die VD auch in der Geschäftsprüfungskommission der Fachhochschule. Zum Anderen bin ich als Student der Hochschule Luzern – Wirtschaft von den angesprochenen Platzproblemen direkt betroffen. In der GPK der Hochschule bin ich aber nicht direkt mit meiner Wirtschaftsschule verbandelt sondern in der Subkommission für die Teilschule Musik aktiv. Als Student erlebe ich aber seit mehreren Jahren, wie sich das Platzproblem laufend verschärft. Hatte man vor drei Jahren noch genügend Platz in den Schulzimmern, reissen sich mittlerweile in gewissen Vorlesungen die Leute um die letzten noch freien Stühle. Wer zu spät kommt, organisiert sich am besten selber eine Sitzgelegenheit…
 
Beispiele.. „In den letzten Jahren wurden Tische neu angeordnet …“
„Leidiges Thema City Bay …“
etc.
 
Die teilweise prekäre Raumsituation an der Teilschule Wirtschaft muss rasch gelöst werden. Die Alternative Grüne Fraktion fordert von den Konkordatskantonen, dass der Hochschule grössere Autonomie gewährt wird, gerade im Bereich der Infrastruktur. Dies vereinfacht die Entwicklung einer zukunftsfähigen Infrastruktur, was für eine stark wachsende und erfolgreiche Bildungsinstitution in der Zentralschweiz wichtig ist. Der Kanton Zug soll alles unternehmen, dass der für die Hochschule Luzern eminent wichtige Erneuerungsprozess im Rahmen eines neuen FHZ-Konkordats nicht weiter verzögert wird.
Der Kanton Luzern (welcher zur Zeit noch für einen Grossteil der Hochschul-Infrastruktur verantwortlich ist) scheint nicht in der Lage zu sein, genügend Räume für die erfolgreiche Hochschule zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig drohen mit dem geplanten Sparpaket des Kantons Luzern weitere, höchstwahrscheinlich tiefgreifende Einschnitte, bei der Finanzierung oder in der Raumbereitstellung der Fachhochschule, aber auch bei der Universität oder der ebenfalls heftig diskutierten PHZ. Grosse Sparrunden bei der Bildung auf der einen Seite – dafür kann sich Luzern auf der anderen Seite brüsten, dass man (wohl nur für kürzeste Zeit) bei der Unternehmensbesteuerung einen grossen Schritt nach vorne respektive unten gemacht hat. „Toll nicht, wie der Steuerwettbewerb die nötigen Investitionen in die Bildung torpediert?“
 
Nun aber von den Steuern wieder zurück zum eigentlichen Thema:
In der aktuellen Ausgabe des Magazins der Hochschule Luzern vergleicht die Direktorin Sabine Jaggy die Entwicklungen in der Hochschullandschaft mit zwei Sportlern, welche zu den besten des Landes gehören wollen. Beide Sportler verfügen über gleich viel finanzielle Mittel und gleich viel Talent. Während der eine Sportler Trainingsplan und –partner frei wählen kann, ist der andere verschiedenen Bedingungen unterworfen: Er muss jede Woche in drei verschiedenen Hallen trainieren, kein Training darf länger als zwei Stunden dauern und als Partner kommt ausschliesslich A in Frage. „Welchem der beiden Sportler geben Sie die grösseren Chancen auf Erfolg?“ fragt Sabine Jaggy in ihrem Plädoyer.
 
Dabei ist es glasklar: die Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft fordern heute nicht nur von der Privatwirtschaft sondern auch von Bildungsinstitutionen mehr Flexibilität. Dabei ist die nötige Autonomie für die Hochschulleitung sicherlich ganz zentral.
 
Aber auch bei grösserer Autonomie der Hochschule sprechen wir als Konkordatskanton natürlich ein Wort mit, wenn es um die Steuerung der Institution geht. Die Politik gibt die Leitplanken mittels Gesetzen, Globalbudget und Leistungsauftrag vor. Das Ziel wird also durch die Politik gesteckt. Wie dieses Ziel erreicht werden soll, wie der Weg zum Ziel aussehen soll, darüber soll aber ein Gremium entscheiden, welches den Hochschul-Bildungsmarkt aus nächster Nähe kennt: die Hochschulleitung. Und nicht ein zum Sparen verurteilter Kanton Luzern.
Die Zentralschweiz braucht eine starke Hochschule. Dabei muss sich der Kanton Luzern aber klar werden, dass wohl nicht alle Fäden nur bei ihnen zusammenlaufen können. Denn dafür fehlt offensichtlich das Geld. Die Stossrichtung des Zuger Regierungsrates ist deshalb zu begrüssen: Ziel muss eine zentral geführte, starke und operativ flexible Fachhochschule Zentralschweiz sein. Auch für allenfalls weitere Einrichtungen der Hochschule auf Zuger Gebiet müssen wir offen sein.
 
Die Hochschule Luzern hat in der Vergangenheit gezeigt was sie kann. Sie ist in den letzten zehn Jahren mit gleich vielen Mitteln der Träger um rund 100 Prozent gewachsen. Pro Student sind die Ausbildungskosten stark gesunken und die Fachhochschule Zentralschweiz hat von allen Hochschulen den niedrigsten Anteil an Administrationskosten. (Klammerbemerkung: Als Student wünschte ich mir aber immer mal wieder, dass die Administration noch etwas verbessert würde… …).
Aber nicht nur was die Kosten angeht kann positiv berichtet werden. Auch qualitativ können die Absolventen auf dem Arbeitsmarkt sehr gut mithalten. Trotz Wirtschaftskrise sind meine ehemaligen Studienkollegen welche im Sommer in die Praxis entlassen wurden, sehr gefragt und die meisten Haben ohne grössere Probleme eine Anstellung gefunden.
 
Darum hofft die Alternative Grüne Fraktion, dass die zur Zeit erarbeitete neue Rechtsgrundlage für die Trägerschaft der Hochschule Luzern bald soweit gereift ist, dass sie auch durch die Parlamente abgesegnet werden kann. Für die weitere Entwicklung der erfolgreichen Fachhochschule ist dies von zentraler Bedeutung.
 
Andreas Hürlimann, Kantonsrat, Steinhausen
Alternative Grüne Fraktion