Das neue Weiterbildungsinstitut für Energie- und Rohstoff-Rückgewinnung Zug (WERZ) soll vor allem Fachkräfte auf Kaderstufe für diese zukunftsträchtigen Energie- und Rohstoff-Technologien weiterbilden. Der Regierungsrat erachtet die Schaffung eines solchen Institutes als Chance, den Industrie- und Produktionsstandort Zug aufzuwerten und ein weiteres Bildungsangebot zu etablieren. Er beantragt maximal 1.5 Mio. Franken, um den Aufbau und den Betrieb in den ersten sechs Jahren zu unterstützen. Detailinformationen können dem regierungsrätlichen Bericht und dem Kommissionsbericht entnommen werden.
 
Der Kanton Zug hat bereits Erfahrung mit der Beteiligung an Fachhochschulinstituten, nachdem seit vielen Jahren das Institut für Finanzdienstleistungen Zug erfolgreich von der Fachhochschule Zentralschweiz geführt wird. Dieses Institut bietet u.a. Weiterbildungsmöglichkeiten im Finanzdienstleistungs- und Controlling-Bereich an. Der Regierungsrat will sich nun aufgrund einer Initiative aus der Zuger Wirtschaft auch im 2.Sektor, also im Industrie-Sektor, an einem Fachhochschulinstitut beteiligen und schlägt vor, dass der Kanton zusammen mit der Hochschule für Technik Rapperswil am Standort Zug das Weiterbildungsinstitut für Energie- und Rohstoffrückgewinnung Zug aufbaut. Die vorberatende Kommission erachtet dies als richtigen und wichtigen Weg. Denn: Die Themen Energie- und Rohstoff-Rückgewinnung sind wichtig und werden in Zukunft an weiterem Einfluss gewinnen werden.
 
Das Kerngeschäfte der HSR sind: die Ausbildung, die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung/Dienstleistungen und die Weiterbildung. Ein grosser Anteil der Mitarbeitenden der Hochschule, nämlich 184, ist in der Forschung tätig. Die Leiterin bzw. der Leiter des Instituts wird in der Forschung in Rapperswil tätig sein, jedoch das Institut in Zug mit mindestens 50 % leiten. Angeboten werden soll vor allem berufliche Weiterbildung. Beratungsdienstleistungen sollen ergänzend angeboten werden. Die Leitung der HSR glaubt, dass sich der vorgesehene Master of Advanced Studies (MAS) durchsetzten wird und eine Kostendeckung nach drei Jahren erreicht werden kann.
 
Die Kommission diskutierte ausführlich den möglichen Nutzen des Instituts für den Wirtschafts- und Bildungsstandort Zug. Die meisten Kommissionsmitglieder waren der Auffassung, dass der Nutzen die Kosten für den Kanton Zug rechtfertige. Erwähnt wurden:
• die direkte Stärkung des 2. Sektors
• die hohe Innovation des Weiterbildungsangebots
• die Schaffung neuer Ausbildungsplätze in Zukunftstechnologien in der Region Zug
•  die Vorteile für eine grössere Zahl von Zuger Unternehmen im 2. Sektor mit hoher Wertschöpfung, und
• die Stärkung der Anziehungskraft des Kantons Zug als Bildungsstandort und damit die Vermeidung des Brain- Drain-Effekts für unsere produzierende Wirtschaft.
Positiv hervorgehoben wurde auch, dass das Projekt in enger Vernetzung mit der Zuger Wirtschaft vor Ort erarbeitet wurde.
 
Im Kanton Zug gibt es verschiedene energieintensive Betriebe sowie Unternehmen, die in der Energietechnologie tätig sind. Profitieren könnten aber auch die Bau- und Ingenieurbranche oder öffentliche Anbieter (Energieversorger, Spitäler, Schulen).
 
Wie sie dem Kommissionsbericht entnehmen können ist die Kommission mit  10:4 Stimmen ohne Enthaltungen auf die Vorlage eingetreten.
Ablehnende Voten gab es vor allem aus folgenden Gründen:
• Es wurde hinterfragt, warum man denn überhaupt den 2. Sektor fördern will, wenn man den Richtplan und die hohen Preise im Kanton Zug ansieht. In dieser Weise den 2. Sektor zu fördern, sei daher ein falscher Ansatz.
• Zum anderen und hauptsächlich wurde argumentiert, dass eine Darlehensgewährung als geeigneteres Instrument angesehen wurde als eine Subventionsvereinbarung.
Dazu gilt es allerdings folgendes zu sagen: Die HSR will gemäss Beschluss der drei Regierungen nur dann in Zug investieren, wenn der Kanton Zug die Mehrkosten übernimmt. Falls dieser Rat dies nicht will, müsste man wieder zu den drei Regierungen zurück gelangen. Es ist anzunehmen, dass dann das Projekt scheitern wird.
 
Die überwiegende Mehrheit der Kommission erkennt, dass die Beteiligung am geplanten WERZ eine Aufwertung des Wirtschafts- und Bildungsplatzes Zug ermöglicht und zwar zielgerichtet im 2. Sektor. Der Vorlage wurde in der Schlussabstimmung mit den Änderungen in der Kommission mit 12:2 Stimmen zugestimmt. Wir sind überzeugt, dass das Geld in einem solchen Fachhochschulinstitut gut angelegt ist und unserer Wirtschaft am Standort Zug nützt.
 
Zu möglichen Anträgen werde ich mich in der Detailberatung äussern.
 
Ich beantrage Ihnen im Namen der Kommission: Treten Sie auf die Vorlage (Nr. 1850) ein  und stimmen sie ihr mit den Änderungen der Kommission zu.
Die gleiche Haltung vertritt auch die Alternative Grüne Fraktion. Unterstützen Sie den Zuger Wirtschaftstandort mit diesem innovativen Projekt im Bereich Energie- und Rohstoff-Rückgewinnung!