Geschätzter Herr Präsident
Geschätzte Anwesende
 
Ich danke dem Regierungsrat im Namen der AGF für seine Antwort auf die Interpellation und beschränke mich auf kurze Bemerkungen:
 
1.    Offenbar ist die Zuger Regelung im Einklang mit den "MuKen", die Mustervorschriften der Kantone. Das nehmen wir zur Kenntnis.
 
2.    Grundsätzlich erfreulich ist die Vorgabe, dass Heizpilze nur betrieben werden dürfen, wenn zwei Drittel der benutzten Energie erneuerbaren Charakter hat. Fraglich ist allerdings, ob die Vorgabe eingehalten wird, weil der Regierungsrat in seiner Antwort selber davon ausgeht, dass die Heizpilze in der Regel mit flüssigem Gas oder Elektro-Strom betrieben werden. Es ist also fraglich, ob die Betreiber der Geräte diese Bestimmung überhaupt kennen. Dabei gibt es Heizpilze, die effizient, problemlos – und dabei erst noch klimaneutral, d.h. mit 100% Bio-Ethanol aus Pflanzenresten, funktionieren (Quelle für diese letzte Aussage: Tagesanzeiger vom 14.Oktober 2010).
 
3.    Dass es sogar ganz ohne Heizpilze geht, hat mir im letzten Sommer ein Aufenthalt in Stockholm und in St. Petersburg gezeigt. Dort sind die Abende bereits ab 20.00 recht kühl, selbst im Hochsommer. Ich staunte nicht schlecht, als ich sah, dass dort systematisch Restaurants, Beizen und sogar 5-Sterne Hotels ihren Kunden auf der Terrasse Wolldecken zur Verfügung stellten – Heizpilze sah ich dagegen keine. Das zeigt halt doch wie wir bei gewissenFragen immer noch relativ sorglos mit dem Energieverbrauch umgehen und manchmal die Bequemlichkeit über alles stellen.
 
4.    Es ist mir bewusst, dass die energetische Sanierung von Gebäuden viel mehr bringt als die Frage wie viele Heizpilze pro Beiz erlaubt sind und wie sie funktionieren sollen. Aber in der Politik haben gewisse Fragen eine hohe symbolische Bedeutung und das ist hier der Fall. Das zeigt auch die Diskussion im Kanton Zürich, wo sich das Parlament in den kommenden Monaten zu dieser Frage wird äussern müssen und wo die Diskussion viel engagierter und kreativer geführt wird.
 
5.    Der Regierungsrat erwähnt selber, dass die Benutzung von Heizpilzen zunehmen könnte und erwähnt, dass gegebenenfalls eine Änderung der gesetzlichen Bestimmung angebracht wäre. Die AGF wird die Situation weiter beobachten und bei deutlicher Vermehrung der Heizpilze auf eine nötige Änderung der Verordnung zum Energiegesetz hinweisen.
 
 
Eric Frischknecht, Unabhängig-Grünes Forum  Hünenberg / AGF