Es tönt so verlockend: kostenloser öffentlicher Verkehr – einfach jederzeit in jeden Bus, auf’s Schiff oder ins Seilbähnli zu steigen – das ähnliches Gefühl hatte als Besitzerin des Generalabonnement – jederzeit einfach einsteigen – eine wunderbare Freiheit. (mit dem kleinen Unterschied, das GA bezahlte ich jährlich).
Verlockend: Aber dies ist genau ein Punkt unter vielen, die es doch nicht so attraktiv machen.
Wenn alle jederzeit einsteigen und sitzen bleiben können, kann es zu Problemen führen, wie Versuche in andern Städten gezeigt haben, Abfallprobleme, Überlastung durch Gäste, die die Verkehrsmittel nicht zum Transport sondern zum Verweilen nutzen.
 
An dieser Stelle danke ich im Namen der AGF der Regierung für die ausgezeichnete Antwort.
Die Problematik Gratis öV wird hervorragend beleuchtet:
– das Hauptziel mehr Leute nachhaltig zum Umsteigen zu bewegen wird mit diesem Vorschlag nicht erfüllt.
– Zudem kennen wir die Aussage „Was nichts kostet, ist nichts wert“ und dies ist nun sicherlich nicht der Fall bei der ZVB.
– Die Zusammenarbeit mit den Nachbarskantonen würde erschwert und komplizierter werden, sei es im Ticketverkauf, sei es in der Kostenberechnung.
– und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass es etwas versnobt wirkt: Die Lebensunterhaltskosten sind zwar sehr hoch im Kt.Zug, aber dann „gratis rumfahren“.
 
Wie die Antwort der Regierung bereits ausgeführt , zeigte sich bei einer repräsentativen Umfrage zum öv der Preis nur für 6% als ein Problem. Viel wichtiger ist ein gut ausgebautes Netz, ein gutes Angebot. Mit andern Worten, es ist sinnvoller Geld ins Angebot zu stecken, die Infrastruktur auszubauen, in die Fahrplanausweitung als der öV gratis anzubieten.
 
Sicherlich liesse sich über einen leichten Preisnachlass diskutieren.
oder das Geld könnte eingesetzt werden, um einen störenden Missstand aufzuheben:
 
Kinder bis zum vollendeten 6. Lebensjahr werden gratis befördert, wenn sie von einer Person über 12 Jahren begleitet werden. Das ist nicht der Missstand, sondern von der Regelung sind allerdings Skischulen, Kindergärten, Kinderhorte und Kinderheime ausgenommen. Dies ist stossend und nicht nachvollziehbar. Warum soll eine Tagesstätte für die Unter-Sechsjährigen zahlen müssen, eine Tagesmutter aber nicht? Auch für Kontrolleure ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich, ob es sich um einen Ausflug mit der Tagesstätte oder einer private Fahrt handelt.
Sinnvoll erachte ich Gratis-öV in dem Bereich, wenn z.B. Kombibillette –ein Eintritt zu einer Grossveranstaltung gleichzeitig ein Busbillett inbegriffen ist. Kombibillette kennen wir zur Herbstmesse, zu den EVZ-Matches. Dies soll unbedingt weiterhin beibehalten werden.