Sosehr ich die Kompetenzen des Baudirektors schätze, so enttäuscht bin ich von seiner Antwort auf meine Interpellation.
 
Zuerst erklärt uns Heinz Tännler wortreich und mit viel Engagement, wie wichtig diese „So genannten grünen Massnahmen“ sind. Dass es sich etwas gar nicht nur um einen Nebenschauplatz handle, sondern um eigentliche Projektbestandteile.
Er betont auch die besondere Rolle der Renaturierungen von Gewässern.
Und er erwähnt auch, dass z.B. die Renaturierung des Grossacherbaches im kantonalen richtplan als Aufgabe stipuliert wird.
 
Aber dann wird sec und trocken die Frage in der Interpellation mit einem „Nijet“ beantwortet.
Keine Tangente, keine Renaturierungen der Fliessgewässer.
 
Ja wenn dem Baudirektor diese Massnahmen per se so wichtig sind, wieso können sie dann nur zum Preis einer landschaftszerstörenden Strasse gebaut werden? Wieso kommen diese Renaturierungen nur als „Ausgleichsmassnahme“ in Frage?
 
Ich verstehe diese Trotzhaltung der Regierung nicht. Das erinnert mich ein bisschen an ein Kind, das „täubelet“ – wenn ich Dir deine Sandburg nicht kaputt machen darf, bekommst Du nichts von meinem Glacé.
 
Ich denke, der Zuger Souverän wird die Sandburg stehen lassen – sprich: die Tangente ablehnen – und wir werden mit Vorstössen dafür sorgen, dass er sein Glacé – sprich: die Renaturierungen der Fliessgewässer – trotzdem bekommt.
 
Ob der Regierungsrat mit seiner sehr kleinliche Haltung sich nicht dem Verdacht aussetzt, er habe die ökologischen Ausgleichsmassnahmen nur in das Projekt genommen, damit der Souverän die Kröte „Tangente“ leichter schluckt, werden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zu beurteilen haben.