Sehr geehrte Frau Kantonsratspräsidentin
Sehr geehrte Mitglieder der Regierung
Werte Kolleginnen und Kollegen
 
 
Zu Pendlerzeiten zeigt sich heute folgendes Bild:

  1. Die Interregio-Züge sind am Morgen zwischen Rotkreuz und Zürich und am Abend in der Gegenrichtung völlig überfüllt. Viele Pendlerinnen und Pendler müssen sich mit Stehplätzen abfinden. Den Zügen können kaum mehr zusätzliche Wagen angehängt werden, weil in Rotkreuz und vor allem in Baar und Thalwil die Perrons zu kurz sind.
     
  2. Das ähnliche Kapazitätsproblem besteht auf der S1. Zwischen Rotkreuz und Zug haben wir fast japanische Verhältnisse. Die Reisenden müssen sich in die S-Bahn zwängen, damit sie überhaupt zur verlangten Zeit ans gewünschte Ziel kommen. Mehr als 2 Kompositionen können wegen den fehlenden Perronlängen an den Zuger S-Bahnstationen nicht eingesetzt werden.
     
  3. Die massive Bautätigkeit in Rotkreuz und in den angrenzenden Gemeinden im Freiamt und Rontal führt zu mehr Reisenden auch im  öffentlichen Verkehr und wird das Kapazitätsproblem in Zukunft noch verschärfen.

Der Personenverkehr SBB und auch das BAV werden wohl in naher Zukunft nicht darum herum kommen, ihren ablehnenden Entscheid für einen zusätzlichen IR-Halt in Rotkreuz zu revidieren.
 
Wie und mit welchen Mitteln soll der Kanton darauf reagieren?
Aus Sicht der Alternativen Grünen Fraktion muss der Kanton auf diese Zustände reagieren. Bis Ende 2016 sollte die durchgehende Doppelspur Freudenberg-Rotkreuz fertig gestellt sein. – Und zwar unabhängig ob es eine Doppelspurinsel in Walchwil gibt oder nicht. Dies bringt nicht nur Stabilität in den Fahrplan des Regionalverkehrs sondern ermöglicht auch ein zusätzliches Fernverkehrs-angebot auf der Strecke Rotkreuz-Zürich HB mit der Bedienung von Zug, Baar, Thalwil, Zürich Enge. – Leider dürfte dieses zusätzliche  Angebot Richtung Luzern kaum möglich sein, da die Einspurstrecke am Rotsee und vor allem die Zufahrt zum Bahnhof Luzern schon heute an der Kapazitätsgrenze sind.
 
Die AGF wünscht von der Regierung einen ganzen Strauss von Massnahmen:

  • Sie soll sich bitte trotz ablehnendem Entscheid vom BAV (Bundesamt  Verkehr) und Personenverkehr SBB für einen zweiten IR-Halt in Rotkreuz einsetzen.
     
  • Sie soll die akuten Kapazitätsprobleme in den IR-Zügen und S1 zusammen mit der SBB aktiv angehen und die Möglichkeit eines zusätzlichen Fernverkehrsangebot zwischen Rotkreuz und Zürich HB klären lassen.
     
  • Sie soll den Vorstoss, der eine Verlängerung der Perrons in Rotkreuz und Baar verlangte (Vorlage 1977 / 1899) und vom Kantonsrat an seiner Sitzung vom 31. März 2011 ausdrücklich NICHT abgeschrieben worden ist, mit Hochdruck verfolgen und in die zukünftige Angebotsplanung einbringen.
     
  • Sie soll sich vehement für den Tiefbahnhof Luzern einsetzen, damit zusätzliche Verbindungen zwischen Zürich und Luzern angeboten werden können.
     
  • Sie soll sich bitte endlich auch für den Zimmerberg light als Alternative zum Zimmerberg Basistunnel einsetzen. Zimmerberg light ist klar eine sehr gute Alternative zum Basistunnel und wäre erst noch viel schneller fertig gebaut. Er wäre günstiger zu haben und würde dem nationalen Personenverkehr viel mehr Nutzen bringen.

Die AGF ist für Erheblicherklärung und für Nichtabschreibung.
 
 
Hanni Schriber-Neiger
Kantonsrätin AGF, Risch