Sehr geehrte Frau Kantonsratspräsidentin
Sehr geehrte Mitglieder der Regierung
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen
 
 
In der vorberatenden Kommission wurde die Motion betreffend Reduzierung des Energieverbrauchs und der Lichtverschmutzung bei der Beleuchtung der Kantonstrassen nicht kommentiert. Ich beantrage Ihnen im Namen von Andreas Hürlimann und mir die Motion in ein Postulat umzuwandeln und es so erheblich zu erklären. Folgende Gründe sprechen dafür:
 
Stromsparen ist in der heutigen Zeit ein Gebot der Stunde. Die Bevölkerung will mehrheitlich keine AKWs mehr. Die meisten Parteien haben den Ausstieg aus dem Atomstrom als klares Ziel formuliert oder zumindest ernsthaft in Erwägung gezogen. Die unabdingbare Folge der Umsetzung heisst Energiesparen! Erst in zweiter Linie geht es dann ums Erschliessen von neuen Quellen.
Die Strassenbeleuchtung bietet sich als gute Sparmöglichkeit an. Deshalb hat die CVP Schweiz in einem Pressekommuniqué vom 21. April 2011 auf die Notwendigkeit einer Verzichtplanung im Energiebereich hingewiesen. Die Partei erwartet vom Bundesrat einen sogenannten Masterplan zum Thema Energiesparen.
Seit Jahren weist die Alternativen Grünen Fraktion konsequent auf verschiedenste Energiesparmöglichkeiten hin. Die vorliegende Motion, respektive das Postulat verlangt lediglich, dass der Kanton Zug jetzt prüfen soll, ob der Stromverbrauch bei der Strassenbeleuchtung um 30 Prozent herabgesetzt werden kann und welche Massnahmen dafür in Frage kämen.
 
Mit einer effizienten Strassenbeleuchtung können die Schweizer Gemeinden jährlich 300 GWh (Gigawatt) Strom oder etwa 50 Mio. Franken einsparen. Das sagt eine aktuelle Studie der Schw. Agentur für Energieeffizienz (S.A.F.E.)
Die Studie hat Gewicht, denn der Agentur gehören Mitglieder von massgebenden Fachgesellschaften an. So die Schw. Lichtgesellschaft, die Schw. Energiestiftung, die Stiftung für Konsumentenschutz, Electrosuisse und WWF. Als Partner gehören der Agentur auch schweizerische Elektrizitätswerke wie die BKW,  die ckw, enertTI, die  Elektrizitätswerke des Kantons und der Stadt Zürich, die Industriellen Werke Basel, die Energie Romande oder die Städtischen Werke St. Gallen.
 
Die Strassenbeleuchtung bietet sich geradezu an, Energie zu sparen. Zweckmässig ist vor allem, die Leuchten zu optimieren und deren Leistung und Betriebszeiten zeitweilig zu reduzieren.
Aber auch das Ausschalten des gesamten oder teilweisen Systems ist technisch jederzeit machbar. Eine Rundsteuerung ist meistens vorhanden. Mit dieser kann die Beleuchtung ohne weiteres an unproblematischen Orten zwischen beispielsweise 00.30 Uhr und 5.00 Uhr ausgeschaltet werden. Ob diese Massnahme erwägt wird, hängt vom politischen und sicherheitsrelevanten Fragen ab. Das Thema soll mit der Bevölkerung diskutiert werden. Dafür ist eine entsprechende und ausführliche Information der Gemeindebehörden und der Bevölkerung notwendig, welche auch die Hintergründe dieser Massnahme erklärt.
 
Bei der Strassenbeleuchtung ist ein grosses Sparpotenzial vorhanden. Das zeigt sich im Kanton Zürich. Die EKZ sind zuständig für die gesamte Beleuchtung des Kantons, abgesehen von der Stadt Zürich und der Stadt Winterthur.
Die EKZ betreibt rund 65’000 Leuchtstellen auf dem gesamten Kantonsgebiet. Interessant ist: Laut offizieller Statistik der EKZ sind zwischen 1.00 und 5.00 Uhr rund 55’000 ganz abgestellt. Es sind also nur noch 15 Prozent der Lampen im Betrieb. An den Wochenenden werden weniger Lampen abgestellt und die Abschaltungszeit ist kürzer.
 
Die Halbnacht-Absenkung trägt wesentlich zum sinnvollen Energieeinsatz der öffentlichen Beleuchtung bei. Das heisst in verkehrsarmen Zeiten – zwischen 00.30 Uhr bis 5.00 Uhr – wird das Beleuchtungsniveau reduziert, wo es sicherheitstechnisch unbedenklich ist. Die Steuerung der Halbnacht-Absenkung kann in unserem Kanton zentral durch die WWZ erfolgen. Es könnte also mit wenig Aufwand viel Strom gespart werden. Zudem tragen die Massnahmen zu weniger Lichtverschmutzung bei.
 
Die Energiestadt St. Gallen dient als leuchtendes Beispiel in Sachen Energieeffizienz bei der öffentlichen Beleuchtung. Sie verfügt seit eineinhalb Jahren über eine der effizientesten Strassenbeleuchtungen in der Schweiz.
Dort ist eine der bisher grössten LED-Anlagen der Schweiz installiert. Der verantwortliche Mitarbeiter zeigt sich sehr zufrieden, wie er im Oktober 2010 am Podium in Cham verlauten liess.
Ende 2009 wurde in einer Nebenstrasse von Lugano die alten Leuchten mit Plug-in-Lampen (auch Austauschlampen genannt) probeweise auf dimmbare LED umgerüstet. Dadurch reduzierte sich der Energieverbrauch um 55 Prozent. 
 
Die LED erwiesen sich grundsätzlich vorteilhaft für ihre gute Lichtqualität und die gleichmässige Beleuchtung der Strassen. Sie sind geeignete Alternativen zu alten, wenig wirkungsvollen Leuchten. Zudem werden sie von Jahr zu Jahr effizienter und ihre Kosten sinken kontinuierlich.
Die vorliegende Motion wurde im Dezember 2009 überwiesen. Die Technik ist inzwischen
bereits wieder einige Schritte weiter. Nun ist es an uns, die nächsten Schritte in die Zukunft einzuleiten.
 
 
Vielen Dank, wenn Sie den Antrag auf Umwandlung dieser Motion in ein Postulat zustimmen.
 
Hanni Schriber-Neiger
Kantonsrätin Alternative Grüne Fraktion, Rotkreuz