Ich lege meine  Interessenbindung offen: als Anwohner der Göblistrasse bin ich von der Tangente respektive auch einer abgespeckten Version direkt betroffen.
 
Und komme nochmals zurück auf die Debatte anlässlich des Generellen Projektes im Jahre 2004.
 
Sie haben damals eine Postulat von uns für eine Zweckmässigkeitsprüfung eines Bypasses abgelehnt. Inzwischen liegen dank eines weitern Vorstosses die Zahlen dazu vor. Und siehe da: wie jede Strasse wäre auch eine erste Etappe zur Anbindung des Industrie- und Arbeitsgebietes Göbli-Baarermatte an die Autobahn nicht unproblematisch, aber sie würde funktionieren und den erhofften Nutzen bringen.
 
Der Nutzen ist ein zweifacher:
• die direkte Anbindung des grössten industriellen Arbeitgebers der Stadt – die V-Zug – an die Autobahn. Wir freuen uns, dass diese mit dem Bau des neuen Hochregallagers einen strategischen Entscheid zugunsten von Zug gefällt hat und wir wollen, dass die V-Zug in Zug bleibt! 
• die Entlastung der Baarerstrasse zwischen Baar Nord und Feldstrasse zugunsten des ö.V.

Den grössten Nachteil, nämlich den Schleichverkehr vom Berg über die Göblistrasse zur Autobahn, könnte und müsste  mit flankierenden Massnahmen begegnet werden.
 
In diesem Zusammenhang ist ein Exkurs zum Thema „Riegel Industriestrasse“ angezeigt.
 
Im Zusatzbericht wird die Frage aufgeworfen und ein näherer Blick auf die Modellrechnungen zeigt es: weil die Tangente mehr Verkehr vom Norden bringt und die Entlastungswirkung der Nordzufahrt auf der Zuger- und Baarerstrasse nur bis zur Feldstrasse richtig einschenkt, führt der Riegel Industriestrasse zu soviel Mehrverkehr auf der Baarerstrasse, dass diese nicht mehr als öV-Achse taugt.
 
Es kann gar nicht genug betont werden: dieser Zielkonflikt zwischen öV-Achse Baarerstrasse und Wohnquartier Guthirt existiert bei allen Varianten, auch bei einer Anbindung gemäss unserem Vorschlag. Wir machen uns da gar nichts vor.
 
Es gibt nur eine Lösung bestehend aus zwei Massnahmen, um diesen Zielkonflikt einigermassen zu lösen:
 
Es braucht einen Riegel, welcher den Durchgangsverkehr durch das Quartier unterbindet.
Der Knoten Feldstrasse/Baarerstrasse muss den Verkehr auf die Baarerstrasse und Richtung Göblistrasse so dosieren, dass die öV-Achse Baarerstrasse funktioniert.
 
Und dies auch bei der Tangente, so wie sie nun geplant ist.
Uns ist klar, dass sich der Baudirektor hüten wird, hier und heute dazu eine klare Aussage zu machen, denn er weiss natürlich, dass er genügend Ja-Stimmen für sein Projekt auch in der Stadt Zug braucht…
 
Zurück zur Variante Göbli-A4a-direkt, wie ich sie hier nennen möchte.
 
Wir stellen ihnen also folgenden Antrag:
 
Es sei nicht die ganze Tangente zu bauen, sondern nur die direkte Verbindung von der Industriestrasse bis zum Knoten  mit dem Verzicht auf eine Unterführung Zuger- Baarerstrasse.
Der Kantonsingenieur hat auf diese Möglichkeit des ebenerdigen Knotens in der Tiefbaukommission explizit hingewiesen. Und es leuchtet ja auch ein: mit der Eröffnung der Nordzufahrt wird der Knoten Zugerstrasse massiv entlastet und vom Göbli/Baarermatte kommt ja nicht mehr Verkehr, sondern er kommt einfach von der neuen Strasse her und nicht mehr von der Baarerstrasse. Mit dem Verzicht auf die teure Unterführung und die Grundwasserwanne erreichen sie eine massive Kostenreduktion. Diese Variante dürfte auch deutlich unter den 50 Millionen liegen, die Kollega Spescha erwähnte.
Da wir aber nicht wissen, was eine solche Variante kostet, muss das generelle Projekt dafür erarbeitet werden, was angesichts der Vorarbeiten und der wegfallenden Grundwasserproblematik schnell geschehen kann. Unser Antrag lautet deshalb folgendermassen:
Die Alternative Fraktion und die SP-Fraktion beantragen:
Rückweisung des Kantonsratsbeschluss betreffend Genehmigung des Generellen Projektes «Tangente Zug/Baar» an den Regierungsrat, mit dem Auftrag, unverzüglich eine generelles Projekt für eine Verbindung der Industriestrasse zum Knoten Zugerstrasse  à Niveau mit der gleichen Linienführung wie im Generellen Projekt „Tangente Zug/Baar“ zu erarbeiten und dem Kantonsrat vorzulegen.