Leserinnenbrief von Kantonsrätin Rita Hofer, Hünenberg

Der Kernauftrag der Schule ist, Kinder/Jugendliche auf Leben und Berufswelt vorzubereiten. Zu Recht betonen Politik und Wirtschaft, dass Bildung eine grosse Ressource der Schweiz ist.
 
Gut reagiert der Zuger Kantonsrat letzte Woche auf die sich wandelnden Anforderungen bei der Neugestaltung des 9. Schuljahres  mit dem Projekt Sek I plus. Mit diesem werden Anliegen aus Gewerbe, Wirtschaft, Abnehmerschulen und Schüler- wie Lehrerschaft aufgenommen. Mit Sek I plus werden die Rahmenbedingungen geschaffen, um gezielter und spezifischer auf die Berufsausbildung vorbereiten zu können. Lehrpersonen sind so auch Lernbegleiter/-berater und die Schulräume werden dafür optimiert.  Die Alternative die Grünen unterstützten im Kantonsrat das zwischen Gemeinden und Kanton ausgehandelte Vorgehen. Einen Vorstoss, der mehr Eile verlangte, lehnten wir ab: Gute Bildung gibt es nicht im Eilpaket zum halben Preis!
 
Nun wird bald das Schulgesetz vom Kantonsrat abschliessend behandelt. Dort ist keine Qualitätsverbesserung vorgesehen, sondern ein Verschlechterung. Die Höchstzahl der Klassen auf der Primarstufe sollen gemäss 1. Lesung im Rat auf 26 erhöht werden! Mit der Heterogenität einer Klasse, integrativer Förderung, Beurteilen und fördern, neue Lernformen, zwei Fremdsprachen bereits in der Primarstufe sind die Anforderung sehr gross. Bis anhin bewegen sich die Klassengrössen laut Gesetz zwischen Richtzahl 18 und  Höchstzahl 22 Schüler und Schülerinnen. Mit der Höchstzahl 26 wird klar ein Signal zur Erhöhung der Klassengrösse gegeben – mit entsprechendem Qualitätsabbau. Diese beabsichtigte Sparmassnahme wird alle Schüler und Schülerinnen treffen! In der 2. Lesung beantragen wir, dass die aktuelle Höchstzahl 22 im Schulgesetz verankert wird, damit die Klassengrössen der Realität angeglichen werden. Die Gesetzesänderung ist kostenneutral, da die Klassengrössen bereits heute schon unter den veralteten Richtwerten liegen.
Rita Hofer, Kantonsrätin Grünes Forum Hünenberg