Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie nutzt die Schweiz das wirtschaftliche Potenzial von Jugendlichen im OECD-Raum am besten. Nirgendwo sonst sind die Jugendlichen so gut im Wirtschaftsleben integriert wie bei uns. Das ist nicht nur für unsere Wirtschaft äusserst positiv, sondern auch für jeden Einzelnen, der eine sinnvolle Tätigkeit ausüben kann und nicht unter Arbeitslosigkeit leiden muss.

Der Grund für die gute Arbeitsintegration der Jugendlichen liegt im hervorragenden Bildungssystem der Schweiz. Dieses gut funktionierende System mit dem Menschen im Mittelpunkt ist das Fundament unserer Gesellschaft. Noch nie war unser Bildungssystem so durchlässig, was der persönlichen Entwicklung jedes einzelnen zu Gute kommt. Je nach den individuellen Stärken stehen unseren Jugendlichen verschiedene Wege offen: eine Lehre, die Fach- oder Wirtschaftsmittelschule oder die Kanti, die Berufsmaturität, eventuell die Passerelle, die Fachhochschule, Uni oder ETH. Alle Abschlüsse haben ihre Berechtigung und alle helfen, unsere Jugendlichen und ihre Handlungsfreiheit zu stärken.

Neben der Handlungsfreiheit ist auch die geistige Freiheit wichtig. Diese gewinnen wir nicht nur durch formelle Bildung, sondern auch in der Freizeit und in Vereinen: beim Sport, der Musik, in der Pfadi. Auch diese Bildung ist wichtig und hilft, uns und unsere Jugendlichen zu fördern. Dies wiederum kommt unserer ganzen Gesellschaft und Wirtschaft zu Gute. So sind wir nicht nur Weltmeister bezüglich der besten Ausnutzung des Jugendpotenzials, sondern zum wiederholten Mal auch Weltmeister bezüglich unserer wirtschaftlichen Innovationskraft.

Diese Situation ist erfreulich, aber leider nicht in Stein gemeisselt. Schweizweit ist auf kantonaler Ebene in den letzten zwei Jahren in der Bildung über 250 Millionen Franken gespart worden. Über 500 Millionen Franken sollen in den nächsten drei Jahren zusätzlich dazukommen. Diese Summen können nicht im kosmetischen Bereich eingespart werden. Das geht nur, wenn man an die Substanz geht und Abbau betreibt. Auch in Zug sollen im Bildungsbereich Millionen gespart werden. Die Klassen werden grösser und somit die Betreuungsverhältnisse schlechter. Die Maturitätsquote soll künstlich gesenkt werden, und die KantischülerInnen werden zudem weniger Unterricht bekommen. Der Kanton soll im Weiteren die Schliessung von Schulen prüfen: der FMS, der WMS, der PH und dem Schluechthof könnte es somit an den Kragen gehen.

Sollen in Zukunft unsere SchülerInnen in die Nachbarskantone pendeln, um dort ihre Ausbildung zu machen?  Sollen unsere Jugendlichen zukünftig weniger gut, Hauptsache billig, ausgebildet werden? Wollen wir so die langfristige Standortattraktivität von Zug aushöhlen? Nein! Damit wir in der Schweiz und in Zug auch in Zukunft mit der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen mithalten können, müssen wir all unser Potenzial weiterhin gut nutzen. Deshalb ist es nötig, unsere Jugend und uns selbst bestens aus- und weiterzubilden, auch wenn wir unser Steuerpotenzial etwas besser ausnutzen müssen, um uns dies leisten zu können. Es gilt, unsere gesamte Volkswirtschaft im Auge zu behalten. Unser Finanzsystem muss den Menschen und unserer Gesellschaft dienen und nicht umgekehrt. Dank Bildung werden wir nicht nur die Herausforderungen von morgen meistern können, sondern auch weiterhin Weltmeister bleiben und eine hohe Lebensqualität geniessen.