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Zeitgutschriften auch in Risch erfassen

Die Grünen Risch-Rotkreuz reichen eine Motion zu KISS ein.

Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie froh wären um eine Hilfestellung, aber nicht wissen, wo Sie diese bekommen? Die Hilfe kann sich über alle Lebensreiche erstrecken: im Garten, beim Einkaufen oder am Computer. Oder man würden gerne spazieren gehen oder eine Veranstaltung besuchen, aber nicht alleine. Solche Wünsche sind Kernanliegen bei KISS.

Die Grünen Risch-Rotkreuz beantragen mittels einer Motion an der nächsten Gemeindeversammlung, dass sich die Gemeinde Risch der KISS Genossenschaft Cham anschliesst und diese finanziell wie auch strukturell unterstützt. Damit soll die Nachbarschaftshilfe gestärkt und das heutige Angebot der Freiwilligenarbeit ergänzt werden. Es bedeutet keine Konkurrenz gegenüber bestehenden Vereinen und Organisationen.

Die Gemeindeversammlung Ende November entscheidet, ob in der Gemeinde Risch eine eigene KISS Genossenschaft aufgebaut werden soll, oder ob sich die Gemeinde Risch der Chamer Genossenschaft anschliesst. Letzteres wäre mit weniger finanziellen Mitteln verbunden. «Die Genossenschaft KISS Cham kann bereits auf beachtliche Erfolge zurückblicken. So wurden beispielsweise 2017 über 8‘000 Stunden Freiwilligenarbeit geleistet. Es ist also höchste Zeit, dass auch wir in Risch diese Ressourcen nutzen und sich die Idee der Zeitgutschriften weiter etabliert!» meint Hanni Schriber-Neiger, Kantonsrätin der Grünen Risch-Rotkreuz.

Motion

 

Antrag:

Die Gemeinde Risch erweitert die Freiwilligenarbeit mit einer „koordinierten Nachbarschaftshilfe mit Zeitgutschriften“ nach dem Modell KISS.

 

 

Begründung:

Das Durchschnittsalter der Menschen in den Industriestaaten ist deutlich gestiegen. Der Anteil der Menschen im Pensionsalter nimmt massiv zu. Veränderte Lebensgewohnheiten wie hohe Mobilität, kleinere Familien und kinderlose Paare stellen neue Anforderungen an die Betreuung von älteren Menschen. Das ist gesellschaftlich und wirtschaftlich von grosser Bedeutung.

Studien zeigen, dass die Menschen im Alter möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung leben möchten. Die eigenständige Lebensweise ist unterstützungswürdig und durch gute Begleitung und Betreuung kann diese auch deutlich verlängert werden. Aus oben erwähnten Gründen kann diese Betreuung und Begleitung zu grossen Teilen in der heutigen Zeit nicht mehr von Familienangehörigen geleistet werden. Der Wunsch nach eigenständiger Lebensweise soll nicht nur wohlhabenden Menschen, die sich Betreuung kaufen können, gewährt sein, sondern allen, die Hilfe benötigen.

Mit der Nachbarschaftshilfe kann ein wesentlicher Beitrag für die Vernetzung und Unterstützung von älteren Menschen in Quartieren und Ortsteilen geleistet werden. In der Schweiz existiert bereits ein gut ausgebautes System der Freiwilligenarbeit. Die Nachbarschaftshilfe ist eine wichtige Ergänzung zum heutigen Angebot.

 

Vor vier Jahren wurde in Cham die Genossenschaft KISS gegründet.

Keep It Smart and Simple bedeutet, dass Einsätze schnell und unbürokratisch vermittelt und die Arbeiten und Dienstleistungen nicht mit Geld abgegolten werden, sondern mit Zeitgutschriften. Die Hilfe kann sich über alle Lebensbereiche erstrecken: im Garten, beim Einkaufen, im Haushalt, am Computer. Oder jemand, des Alleinseins müde, wünscht etwas Abwechslung und Unterhaltung, möchte spielen, spazieren, eine Veranstaltung besuchen. Die geleistete Hilfe wird auf einem Stunden-Konto gutgeschrieben, damit die angerechnete Zeit bei Bedarf für eigene Unterstützung bezogen werden kann.

Die Umsetzung des Modells KISS basiert auf den Mitgliedern der Genossenschaft, welche die Leistungen erbringen und bei Bedarf wieder beziehen. Im Mittelpunkt der Tätigkeit von KISS stehen die Bedürfnisse der zu unterstützenden Menschen. Um diese Bedürfnisse zu kennen und geeignete Personen zusammenzuführen, ist eine professionelle Geschäftsstelle eingerichtet.

KISS Cham, zum Beispiel, fördert und organisiert diverse Aktivitäten im Bereich „soziale Kontakte“. Sie leistet Erhebliches an Integrationsarbeit von ausländischen Menschen in unserer Gesellschaft und stärkt das Miteinander und Füreinander. Die Genossenschaft KISS Cham kann bereits auf beachtliche Erfolge zurückblicken. So wurden beispielsweise 2017 über 8‘000 Stunden Freiwilligenarbeit geleistet.

 Ein Teil dieser Freiwilligenarbeit wird auch von Rischerinnen und Rischern, welche bei der Genossenschaft Cham registriert sind, geleistet und kommt Einwohnerinnen und Einwohnern beider Gemeinden zugute. Sehr gute Erfahrung hat das Alterszentrum Dreilinden bereits mit KISS gemacht und begrüsst eine Etablierung dieser Art von Nachbarschaftshilfe sehr.

Dieses Engagement der KISS-Genossenschafter soll in der Gemeinde Risch bekannt und ausgebaut werden, damit dieses Angebot auch in unserer Gemeinde vermehrt genutzt werden kann.

Deshalb beantragen wir, dass die Gemeinde Risch im Sinne von KISS ein starkes Netz der Nachbarschaftshilfe aufbaut.

Wir sehen zwei Varianten zur Umsetzung:

1. In der Gemeinde Risch wird eine eigene KISS Genossenschaft gegründet:

  • Informationsveranstaltungen werden organisiert mit dem Ziel die Bevölkerung, lokal tätige Organisationen und Kirchgemeinden über KISS zu informieren und Personen zu finden, die sich am Aufbau beteiligen. Sei es als Mitglied, das gerne Zeit zur Verfügung stellt oder selber eine Unterstützung benötigt oder als Vorstandsmitglied zur strategischen Umsetzung von KISS Risch
  • Aufbau der Genossenschaft KISS Risch mit Vorstand, Geschäftsleitung und Koordinationsstelle
  • Vernetzung mit zugerischem und gesamtschweizerischem Netzwerk KISS
  • Vernetzung mit lokalen und kantonalen Organisationen
  • Die finanziellen Aufwände für einen Aufbau einer neuen Genossenschaft betragen
  • Fr. 50`000.– für das erste Jahr

 2. Die Gemeinde Risch schliesst sich der Genossenschaft KISS Cham an:

  • Risch schliesst sich bei KISS Cham bereits bestehenden und funktionierenden Strukturen an (Geschäftsleitung / Vorstand / Einbettung im zugerischen und gesamtschweizerischen Netzwerk KISS und Organisationen, usw.)
  • Risch macht sich das weitverzweigte Netzwerk der Chamer Geschäftsleitung und des Vorstandes und deren Erfahrungen zu Nutze
  • Einsitz von Personen aus Risch in den Vorstand
  • Aus Genossenschaft KISS Cham kann ein KISS Ennetsee entstehen
  • Informationsveranstaltungen werden organisiert mit dem Ziel, die Bevölkerung und lokal tätigen Organisationen über KISS zu informieren und Synergien zu nutzen
  • Die Vernetzung und Koordination innerhalb der Gemeinde Risch wird durch eine Koordinatorin, eines Koordinators vor Ort geleistet
  • Die Kosten an die finanziellen Aufwendungen von KISS Cham belaufen sich für

die Gemeinde Risch um die Fr.15’000.– und werden jährlich neu ausgehandelt

Weitere Informationen finden Sie unter www.kiss-zeit.ch.

Wir bitten den Gemeinderat Risch um eine wohlwollende Prüfung unserer Motion und danken bestens für seine Bemühungen.