Die Reichen zahlen viel Steuern, lobt die bürgerliche Seite im Kantonsrat. Dass sie auch viel verdienen und noch mehr besitzen, blenden sie aus.

Die Wohlhabenden und Reichsten sind die Wohltäter des Kantons und des ganzen Landes, glaubt man den üblichen bürgerlichen Äusserungen in der aktuellen Steuerdebatte in Zug.
Betrachten wir die Situation in der Schweiz etwas genauer: Economiesuisse, der Dachverband der Schweizer Wirtschaft, hat ausgerechnet, dass die reichsten 20 Prozent der Bevölkerung für 35 Prozent der Staatseinnahmen aufkommen. Gemessen an ihrer Finanzkraft werden die Gutsituierten aber nicht übermässig belastet. Denn gemäss einer Studie des Büros Ecoplan beziehen die reichsten 20 Prozent rund ein Drittel der Einkommen. Der Steuerbeitrag der Reichen entspricht also exakt ihrem Einkommensanteil.
Anders beim Vermögen: Gemäss Daten der Steuerverwaltung von 2003 besitzt das oberste Fünftel 88 Prozent des Kapitals. Sollen nun die bereits Gutsituierten mit der neusten Steuergesetzrevision noch einmal bevorzugt, entlastet und dabei die Schere zwischen Vermögenden und Wenigverdienern weiter geöffnet werden?
Diese Überlegungen zeigen, dass Reiche in der Schweiz nicht übermässig belastet werden. Mit Steuern steuern wir unsere Gesellschaft in eine von uns gewünschte Richtung. Wünschen wir uns, dass die Schere zwischen Arm und Reich noch weiter aufgeht und unsere Gesellschaft weiter in diese Richtung steuert? Oder wünschen wir uns, dass endlich auch die weniger gut Betuchten profitieren? Zum Beispiel durch Förderung von bezahlbarem Wohnraum, einer guten familienexternen Kinderbetreuung oder Beiträge für Sport und Kultur.
Die Gesundheitskosten zählen neben den Mietkosten zu den grössten Ausgabepositionen der privaten Haushalte. Die an der letzten Kantonsratssitzung diskutierte zusätzliche Entlastung der Wenigverdienenden bei der Individuellen Prämienverbilligung hätte den Kanton weitere 3 Millionen Franken gekostet. Die bürgerlichen Parteien wollten davon aber nicht wissen. Der Ertragsüberschuss von mehr als 160 Millionen Franken des Kantons in der Rechnung 2007 zeigt nun aber, Zug könnte sich hier eine weitere Unterstützung locker leisten.
Zugerinnen und Zuger werden über die weiteren Steuersenkungsschritte abstimmen können. Dann haben Sie die Wahl in welche Richtung Zug steuert.