Die Alternative – die Grünen Kanton Zug ist enttäuscht über das Ja des Zuger Souverän zur Tangente Zug-Baar. Offensichtlich hat die Strategie der Befürworter bei einer Mehrheit der Stimmbürgerinnen verfangen, mit einem  bei einer kantonalen Abstimmung noch nie dagewesenen Propaganda-Aufwand diese Strasse als „grünes“ Projekt zu verkaufen, das unsere Verkehrsprobleme löse.
 
Der Zuger Souverän hat es verpasst, den angesichts von Klimawandel und Peakoil immer dringlicher werdenden Richtungswechsel in der Zuger Verkehrspolitik vorzunehmen.
Zug ergibt sich dem Strassenverkehr und wird einen hohen Preis bezüglich Lebensqualität zahlen, wenn es nicht doch noch zu einer Korrektur kommt. Für diesen Richtungswechsel werden die Alternativen auch nach dem heutigen enttäuschenden Abstimmungssonntag weiter kämpfen.
 
Immerhin zeigt das Nein in Baar (die Gemeinde mit der höchsten Stimmbeteiligung) und in Menzingen (eine Berggemeinde!), dass der in den letzten Wochen geschürte Strassen-Enthusiasmus engere Grenzen hat, als von der Strassenbaulobby gewünscht. Dies auch angesichts der Tatsache, dass in diesen beiden Gemeinden der Informationsstand über das konkrete Projekt sehr hoch ist. Überrascht sind wir über die recht deutliche Zustimmung in der Stadt Zug. Es gibt Indizien, dass die Angst vor einer negativen Auswirkung auf den Stadttunnel das Ja zur Tangente gefördert hat.
Wir werden die Befürworter beim Wort nehmen, wenn es um die angeblichen Vorteile für den öffentlichen Verkehr dank Tangente gehen wird! Angesichts der Zeitachse (Fertigstellung Tangente 2020) nehmen wir das deutliche Nein in Menzingen als Verpflichtung, Lösungen für einen besseren ÖV für die Berggemeinden JETZT zu suchen.
 
Staatspolitisch bedenklich ist die hyperaktive Rolle des Baudirektors bei der Befürworter-Kampagne und auch die gewählten Mittel des Pro-Komitees, die bis zur Verunglimpfung der Gegnerschaft reichte. Die schier unerschöpflich scheinenden finanziellen Mittel des Pro-Komitees sorgten für einen ungleichen Abstimmungskampf.
 
Wir danken dem Komitee Grüne Lunge Zug-Baar für  seine starken Kampagne. Diese war nur möglich dank einer sehr guten und solidarischen Zusammenarbeit aller politischen Kräfte im Komitee. Umso bedauerlicher, dass es nicht gereicht hat. Ebenfalls danken wir den Bauern für ihren Einsatz für die Natur und unsere Lebensgrundlagen.
 
Martin Stuber, Kantonsrat Alternative – die Grünen, Zug