Die Gewerkschaften und sozialen Parteien des Kantons Zug haben das Zuger Komitee Nein zum Rentenklau gegründet. Der Gewerkschaftsbund des Kantons Zug (GBZ), der Verband des Personals Öffentlicher Dienste (VPOD), die Unia sowie die drei Linksparteien Alternative-die Grünen Zug, Sozialdemokratische Partei des Kantons Zug (SP) und die Christlichsoziale Partei (CSP) kämpfen gemeinsam dagegen, dass die Versicherungsgesellschaften mehr Profite auf Kosten der grossen Mehrheit der Bevölkerung einheimsen. Das Zuger Komitee Nein zum Rentenklau ist deshalb gegen die erneute Senkung des Umwandlungssatzes bei den Pensionskassen.
 
Alle wären betroffen

Für zukünftige Rentnerinnen und Rentner bedeutet die Senkung des Umwandlungssatzes bei den Pensionskassen ein massiver Rentenverlust:
– Eine 50jährige Frau, die heute 5‘800 Franken verdient, würde nach der Pensionierung 35‘300 Franken verlieren.
– Ein 36jähriger Mann, der heute 6‘000 Franken verdient, würde nach der Pensionierung 50‘800 Franken verlieren.
– Eine 26jährige Frau mit 5‘000 Franken Einkommen würde gar 61‘300 Franken verlieren.
Von der Verschlechterung wären alle, auch Jüngere, betroffen. Sie zahlen weiterhin viel ein, werden aber deutlich weniger bekommen. Für heutige Rentnerinnen und Rentner wächst die Gefahr, dass auch ihre Renten gekürzt werden.
 
Rentensenkung ist unnötig
Bereits im Jahre 2003, bei der ersten BVG-Revision, hat das Parlament beschlossen, den Umwandlungssatz bis ins Jahr 2014 schrittweise von 7,2 auf 6,8 Prozent zu senken. Damit wurde der höheren Lebenserwartung genügend Rechnung getragen. Kommt dazu, dass der Deckungsgrad der privatrechtlichen Pensionskassen im Schnitt wieder bei rund 105 Prozent liegt. Die durchschnittliche Rendite einer Pensionskasse betrug im vergangenen Jahr 11,74 Prozent. Wer 2009 also vernünftig anlegte und keine hohen Summen in Hedge Founds versenkte, wie es gewisse Versicherungsgesellschaften getan haben, kann die Renten problemlos sichern.
Die Vorlage bedeutet eine weitere Umschichtung der Einkommen von den Arbeitnehmenden zu den Kapitalgesellschaften. Sie ist sozial höchst ungerecht und deshalb abzulehnen.
 
Für das Zuger Komitee Nein zum Rentenklau das Copräsidium:
Barbara Gysel (GBZ-Präsidentin), Hanspeter Roth (VPOD-Vorstand), Rupan Sivaganesan (Unia-Vorstand), Josef Lang (Präsident Alternative-die Grünen), Eusebius Spescha (SP-Kantonsrat), Vroni Straub (Copräsidentin CSP).