Zuger Ansichten

Dank Mischung aus guten (aber heute noch wenig nachhaltigen) Wirtschaftsbedingungen und hoher Lebensqualität ist Zug als Region gut positioniert. Die Zuger Wirtschaft ist leistungsfähig. Wir sind, betrachten wir den Zustand der Weltwirtschaft, aber auch absolut gesehen, in einer sehr guten Situation. Das will ich – als Grün denkender Bürger des Kantons – erhalten, aber auch zukunftsfähig machen. Einiges muss anders werden, wenn wir die Chancen unserer Zeit ergreifen wollen – und wir müssen sie ergreifen, sonst  gefährden wir das Erreichte.
Die Achillesferse der Wirtschaftstruktur ist die Einseitigkeit, mit der sich die Zuger kantonale Wirtschaftspolitik auf den Steuerwettbewerb konzentriert. Der Steuerwettbewerb nimmt seit längerem einen Zug von Steuerdumping an, die Kantone unterbieten sich in ihren Steuersätzen in regelmässigen Abständen. Der Kanton Zug sollte hier – als einer der Marktführer in dieser ‚Branche‘ – neue, mässigende Akzente setzen und diesen Wettbewerb moderat betreiben.
 
Die Zuger Wirtschaft ist allgemein aber auch mit den gleichen Herausforderungen konfrontiert, die unsere Industriegesellschaft überall kennzeichnet: ein zu hoher Energieverbrauch, welcher zu einem erheblichen Teil mit fossilen, CO2 ausstossenden Energieträgern befriedigt wird.
Der Übergang zu einer CO2-neutralen Wirtschaft mit weitgehend geschlossenen Ressourcen-Kreisläufen ist eine Notwendigkeit innerhalb der nächsten zehn Jahre. Diejenigen Unternehmen, Kommunen und Haushalte, welche diese Entwicklung schnell vollziehen, sind im Vorteil.
Der Kanton Zug ist aufgrund der guten Finanzsituation in der Lage, mit zukunftsorientierten Investitionen die Weichen in Richtung 2000 Watt Gesellschaft zu stellen und der privaten Wirtschaft Orientierungshilfen zu geben. Die finanziellen Möglichkeiten müssen allerdings mit dem politischen Willen gekoppelt werden, diese Veränderung umzusetzen. Nur mit schönen Reden wird nichts bewegt!
 
Auch unserer Mobilität kommt hier eine entscheidende Rolle zu. Eine neue Untersuchung des Bundesamtes für Strassen (Astra) zu Offroadern enthüllte folgendes: Nicht die Menschen in den Bergkantonen Wallis oder Graubünden fahren die Mehrheit dieser grossen Autos. Sie setzen auf verbrauchsärmere und leichtere Modelle, die weniger CO2 ausstossen. Die grössten Verschmutzter verkehren in Zug, Zürich und anderen Mittellandkantonen und vor allem in den Städten. Wer auf Zuger Strassen unterwegs ist, dem fällt die überdurchschnittliche Anzahl an Offroadern und verbrauchsstarken Sportwagen sofort auf. Dies zeigt: Wir sind leider noch ein gutes Stück entfernt von einer umweltverträglichen Mobilität.
Saubere und bezahlbare Mobilität für alle können wir auf Dauer nur gewährleisten, wenn wir uns von den fossilen Brennstoffen wie Erdöl oder Erdgas unabhängig machen. Die Autos der Zukunft werden elektrisch mit Batterie und Brennstoffzelle angetrieben. Hier könnte der Kanton Zug ansetzten: Er sollte den Ausbau und die Marktvorbereitung der Elektromobilität fördern und sich zu einer eigentlichen Modellregion für die Elektromobilität entwickeln. Akteure aus Wissenschaft, Industrie und der öffentlichen Hand könnten bei diesen Modellprojekten eng zusammen arbeiten, um den Aufbau einer Infrastruktur und die Verankerung der Elektromobilität im öffentlichen Raum voranzubringen.
Diese angesprochenen Veränderungen werden der Zuger Wirtschaft beim Weg in die Zukunft nützlich sein und ermöglichen eine leistungsfähige und nachhaltige Wirtschaft, die eine wesentliche Basis einer gesunden, lebenswerten Gesellschaft ist. Dafür setzten wir Grünen uns ein.