Der Tag der Kranken findet am 3.  März 2019 zum 80. Mal statt. 1939 wurde der Gedenktag durch eine Tuberkulose-Ärztin initiiert. Mit dem Tag wird eine Brücke zwischen Gesunden und Kranken geschaffen. Aktuell spricht die Öffentlichkeit vor allem über die enormen Gesundheitskosten und die Krankenkassenprämien. Beides wuchert in die Höhe. Der Langzeitkranke selbst ignoriert die Kostendiskussion, ärgert sich über die enttäuschende Realität oder schämt sich gar als Kostenverursacher zu gelten. Gesunde sorgen vor, dass sie bei späterer Krankheit niemandem zur Last fallen. Es tut sich ein Graben auf zwischen Gesunden und Kranken. Nur Verständnis für einander kann eine Brücke sein.

Das diesjährige Motto am Tag der Kranken lautet ‘Wissen macht uns stark’. Fachpersonen sind gefordert, gezielt zu informieren, eine einfache Sprache zu verwenden, damit Patienten und Angehörige partizipativ mittragen. Wissen zu haben und anzuwenden hilft, gesund zu bleiben.

Eine Diagnose zu stellen, eine Therapie einzuleiten oder Medikamente zu verschreiben ist das eine, eine Beziehung herzustellen, Zeit zu haben und aufbauend zu wirken ist das andere. Einen besonderen Dank verdienen Hausärzte, Kinderärzte und Pflegende, welche die Patienten oft langjährig begleiten. Sie stehen unter permanentem Druck, Zeit fehlt und die Entlöhnung ist, verglichen mit dem Gehalt von Spezialärzten, beschämend.

Die Pharmaindustrie und die Spitzenmedizin investieren dort, wo es am meisten zu verdienen gibt. Menschen mit einer seltenen Krankheit haben das Nachsehen. Der Verein Pro Raris lädt am 2. März 2019 zum internationalen Tag der Seltenen Krankheiten nach Basel ein. Der Erfahrungsaustausch – das Miteinander – schafft Verständnis für die vielfältigen Bedürfnisse.

Den Kranken wünsche ich von Herzen alles Gute, viel Kraft und Lebensmut und ein tragfähiges Netz an Personen, welche die Gabe haben zuzuhören und verständnisvoll zu handeln.

Barbara Müller Hoteit
CSP Gemeinderätin Stadt Zug