Mit einer Mehrheit von 63 % sagen die Zuger Stimmberechtigten Ja zum Majorz. Somit haben es CVP und FDP im dritten Anlauf geschafft, Zugs bewährtes Wahlsystem zu ändern. Kleinparteien dürften es aus finanzieller Sicht in Zukunft schwer haben. Dennoch blicken die Alternativen – die Grünen Zug in eine positive Zukunft.

Seit Ende der Neunziger Jahre haben die Stimmberechtigten bereits zweimal über die Einführung des Majorz abgestimmt. Im dritten Anlauf haben sie nun der Majorzvorlage zugestimmt. Die unterschiedlich hohen Partei-Finanzen haben in diesem Abstimmungskampf sicherlich eine Rolle gespielt. Und auch künftig müssen sich die Parteien wohl auf teurere Wahlkämpfe einstellen, weil Majorz auch mehrere Wahlgänge und Nachwahlen bedeutet.
Listen mit leeren Linien
Im Abstimmungskampf betitelte das Pro-Komitee die Majorzwahl als Personenwahl. Es ist darum nur konsequent, wenn ab den nächsten Wahlen keine vorgedruckten Stimmzettel mit Listen der Parteien sondern leere Wahlzettel verschickt werden. Die Alternativen – die Grünen sind überzeugt, dass nur so reine Personenwahlen garantiert werden, bei welchen die Parteien keine Rolle spielen.
Transparenz ist essenziell
Für das Funktionieren des politischen Systems im Majorz ist vor allem eines sehr wichtig: Transparenz. Die Offenlegung der Parteifinanzen ist ein wichtiger Beitrag an faire Politik. Mit beschränkten finanziellen Mitteln wird es für die Kleinparteien künftig schwieriger, in Wahlkämpfen zu bestehen. Diese Transparenz sind wir unseren Wählern schuldig, damit sich die Bevölkerung ihr eigenes Bild von den Kräfteverhältnissen machen kann.
Starke Persönlichkeiten, auch im Nachwuchs
Die Alternativen – die Grünen des Kantons Zug haben engagierte, starke Persönlichkeiten für kantonale wie gemeindliche Ämter. Wir sind auch mit Nachwuchspolitikern gut aufgestellt, welche sich getrauen, sich zu exponieren und keine Berührungsängste mit dem politischen Geschehen haben. Auch wenn uns finanziell ein Wind entgegenbläst, wird uns der Majorz das Genick nicht brechen.
Eine Niederlage für Flüchtlinge
Die nationale Annahme der zehnten Asylgesetzrevision ist eine Niederlage für die vielen vertriebenen Menschen auf der Welt. Im Abstimmungskampf kämpften auf der einen Seite die notorischen Verschärfer für ein Ja, auf der anderen Seite setzte sich auch die zuständige Bundesrätin mit dem Argument der Beschleunigung für die Vorlage ein, obwohl sie durch verkürzte Rekursfristen den gegenteiligen Effekt haben wird. Die angenommene Vorlage schliesst Menschen aus (Kriegsverweigerer) und untergräbt den Rechtsstaat, wenn Menschen ohne rechtskräftiges Urteil in „besonderen“ Lager interniert werden können. Die Alternativen – die Grünen Zug werden sich weiterhin für die Gleichbehandlung aller Menschen einsetzen.
Keine Volkswahl des Bundesrats
Das Stimmvolk hatte es in der Hand, das Wahlverfahren für die Landesregierung zu ändern. Die SVPInitiative scheiterte deutlich, was die Alternativen – die Grünen Zug klar begrüssen. Bundesratswahlen, von Geld und Polemik beeinflusst und gesteuert, braucht die Schweiz nicht.