«Geniesst diese stabile Hitze! Bald kommen die ersten Schneeflocken» – so kommentiert eine Leserin in einem online Kommentar die Hitzetage. Ist es Sarkasmus, oder die Hilflosigkeit angesichts der Hitze und der immer stärkeren Wahrnehmung der Klimaerwärmung? Mit Sarkasmus kommt die Politik nicht weiter; es braucht eine ernsthafte Diskussion und wirksame Massnahmen.

Nötig ist eine ernsthafte Klimapolitik, um die Emissionen von Treibhausgasen als Haupttreiber der weltweiten Erwärmung zu beschränken. Am Netto-Null-Ziel führt kein Weg vorbei, wenn wir nicht jedes Jahr einen solchen Juni wie den aktuellen erleben wollen. Nötig sind aber auch Massnahmen, welche die negativen Folgen der Hitze auf Menschen, Tiere und Pflanzen reduzieren. Mehrere Kantone haben bereits eine Hitzestrategie erarbeitet, im Kanton Zug fehlt diese. Dazu gehören etwa die Entsiegelung von Asphalt- und Betonflächen, dazu gehört auch eine vorausschauende Wasserpolitik. Vor rund einem Jahr wurde mein überparteilicher Vorstoss für eine kantonale Wasserstrategie angenommen. Damit auch in 50 Jahren noch genügend Trinkwasser, Wasser für die Landwirtschaft und auch Löschwasser in den heissen Sommermonaten vorhanden ist.

Es wird im Winter wieder schneien, sicher. Nichtstun wäre aber das absolut falsche Rezept. Denn die aktuelle Hitzewelle hat dazu geführt, dass die sogenannte «Winterreserve» der Gletscher bereits aufgebraucht ist. Ab jetzt schwinden die Gletscher und der Alpenfirn, den wir in unserer Landeshymne besingen.

Andreas Lustenberger, Kantonsrat, Präsident der kantonalen Kommission für Gesundheit und Soziales, Regierungsratskandidat