Der Kanton Zug steht für wirtschaftliche Stärke und hohe Standortattraktivität, so sind in den vergangenen Jahren u.a. zahlreiche neue Büroflächen entstanden. Gleichzeit bleibt der Wohnraum knapp und teuer. Die Leerwohnungsziffer liegt bei lediglich 0,42 % (Stand Juni 2025), was auf die angespannte Lage für Mieterinnen und Mieter hinweist. Besonders kritisch ist die Situation für Miter:innen mit durchschnittlichem Einkommen, beispielsweise für Handwerker:innen oder Pflegekräfte. Angesichts dieser Entwicklung stellt sich die Frage, ob die raumplanerischen und wirtschaftspolitischen Zielsetzungen des Kantons Zug in einem gesunden Gleichgewicht zwischen Wohn- und Arbeitsraum stehen.
Auch sind die Pendler:innenströme nach Zug aus Mobilitätsgründen ein Problem: Im Schnitt pendelten in den Jahren 2021 bis 2023 gut 40’200 Personen, die älter als 15 Jahre sind, in den Kanton Zug. Rund 19’900 pendelten von Zug in einen anderen Kanton, das ergibt einen positiven Pendlersaldo in den Kanton Zug von 20’300 Personen. Wir bitten den Regierungsrat um die Beantwortung folgender Fragen:

1. Wie hat sich das Verhältnis von neu geschaffener Bürofläche zu neu
geschaffenem Wohnraum im Kanton Zug in den letzten zehn Jahren entwickelt
(flächengenaue Auswertung nach Gemeinden aufgeschlüsselt)?

2. Wie hat sich das Verhältnis von neu geschaffener Bürofläche zu neu
geschaffenem Gewerberäumen im Kanton Zug in den letzten zehn Jahren
entwickelt (flächengenaue Auswertung nach Gemeinden aufgeschlüsselt)?

3. Bestehen aktuell raumplanerischen Vorgaben, um ein ausgewogenes Verhältnis
von Wohnraum und Arbeitsfläche sicherzustellen? Gibt es auch Ziele zum
Verhältnis Büro- versus Gewerbeflächen?

4. Wie bewertet der Regierungsrat die gegenwärtige Entwicklung?

5. Plant der Regierungsrat Massnahmen, um die Schaffung von bezahlbarem
Wohnraum im Verhältnis zur wirtschaftlichen Bautätigkeit zu fördern oder
verbindlicher zu regeln, so dass auch der Bedarf der ansässigen Bevölkerung
nach bezahlbarem Wohnraum gedeckt wird?

6. Wie steht der Regierungsrat dazu, Umnutzungen (z. B. von Büro zu bezahlbarem
Wohnraum) verstärkt zu ermöglichen oder zu vereinfachen?

7. Generell: wie stark will der Kanton Zug in den Bereichen Wohnen und Arbeiten
noch wachsen? Wir bitten den Regierungsrat, seine Pläne für eine nachhaltige
Entwicklung des Kantons mit einer guten Balance zwischen den beiden
Bereichen darzulegen.

Wir danken dem Regierungsrat für die Beantwortung dieser Fragen.

Freundliche Grüsse
Alternative – die Grünen Kanton Zug